17. Mai 2012

Ein großer Klang in diesen kleinen Hallen

Der Bürgermeister von Brühl, Michael Kreuzberg, hatte uns zum Empfang ins historische Rathaus eingeladen und alle Mitglieder des Chors trugen sich ins Gästebuch der Stadt ein. Nach einer schwungvollen Rede des Bürgermeisters bedankten sich unsere Sänger mit zwei Liedern, die in den hohen Räumen mit ihren wunderschönen Stuckdecken erschallten und Michael Kreuzberg zu oben genanntem Zitat animierte.

Der Tag hatte mit einer Stadtrundfahrt und Einkaufsbummel im schönen Köln begonnen und nachmittags traf sich die gesamte Gruppe wieder in Brühl. Proben mit den Brühler Eufonisten stimmten uns auf das abendliche Konzert ein, das als Auftakt der Konzerttournee nicht besser hätte sein können. 150 Besucher füllten den Saal in der „Galerie am Schloss“, die sich voller Begeisterung mit unseren Liedern und illustren Erklärungen dazu in das ferne Namibia entführen ließen.   hier ein Link zu den Bildern: 


Auch unsere schöne Reisebroschüre zum 110. Jubiläum fand großen Anklang, und als die Eufonisten im zweiten Teil des Konzerts auf die Bühne kamen, brach allenthalten großer Jubel aus. Der seit 28 Jahren bestehende Männerchor Eufonia mit seinen vollen Stimmen liebt es, Texte und Melodien mit einem Augenzwinkern zu betrachten und wer genau hinhört, will einfach nur noch mehr von „der zartesten Versuchung... – seit es Männerchöre gibt“!

Resümee: Ausgiebiger Stadtbummel mit illustren Einkäufen, Knie, von denen man nicht sicher war, ob sie vom Laufen oder von der Kälte schmerzen (ja, wir freien hier stief!), eine vergessene Jacke, die sich wiederfand, Bildzeitung neben antiquarischen Büchern im Bus, super Stimmung bei 150 Publikümern und ein rundum genialer Tag mit der Vorfreude auf die „Brühler Wüstentour“ am Vatertag!

                                                                                                                      (Konny von Schmettau)

16. Mai 2012

Heilige Krokodile und Pinguine im Etosha

Pünktlich sind die Swakopmunder am Nachmittag des 15. Mai in Kölle am Rhing angekommen, wo sie herzlich von den Brühler Eufonisten empfangen wurden. Kaum waren alle zusammen, wurden gleich zwei Städtchen gesungen, denn es gab Geburtstagskinder: Jesi, der Pianist der Eufonisten, sowie Konny, die Pressebeauftragte des SMGV, wurden beide an diesem besonderen Tag 50 Jahre alt, so dass zwei wunderbare Geburtstagsständchen vor dem Kölner Dom erklangen. 100 Jahre lebendige Musik, ein super Tourneestart!

Eine Domdach-Führung sowie der anschließende Besuch des Kölner Brauhauses konnten als Auftakt unserer Tournee nicht besser sein.
Wer hat schon die seltene Gelegenheit, das Dach des historischen Doms mit seinen engen Wendeltreppen, schmalen Außengängen in luftiger Höhe, Glockenanlagen, museumswürdigen Gerätschaften, Heiligenstatuen und bleigefassten Kirchenfestern aus nächster Nähe zu betrachten! Weit höher als die höchste unseren Dünen, standen wir hoch oben im Kölner Dom mit seiner imposanten Westfassade und schauten auf die Stadt und ihren mächtigen Fluss hinab und nicht einmal die kühle Lust der Eisheiligen samt Regen konnten unser Staunen und unsere Freude trüben.

Doch halt – danach gings dann natürlich los mit wilden Geschichten und lustigen Erlebnissen.
Man munkelt, dass im Flugzeug zwischen Windhoek und Frankfurt die Frage laut wurde, ob das Plastikbesteck sich als Überlebenswerkzeug im deutschen Wald eignen könne, da es ja heutzutage nicht mehr erlaubt ist, gestandene Männer – äh Messer mitzuführen.
Aber das ist natürlich nur ein unbestätigtes Gerücht.
Wahr ist, dass bei der Domdach-Führung der Heilige Georg verdächtigt wurde, statt eines Drachen ein Krokodil besiegt zu haben, was ja im südlichen Afrika keineswegs verwunderlich wäre. Jedenfalls sah der Drache, so war man sicher, einem Krokodil verdächtig ähnlich.

Am Abend hatten wir dann einen Einführungskurs in Kölner Wirtschaftskunde. Der Keller des Früh (ein bekanntes Brauhaus) wurde in Beschlag genommen und bei süffigem Bier und heiteren Gesprächen erfreute sich unser Gaumen bei Halven Hahn, eingelegten Sahneheringen oder gebratener Blutwurst.
 

Der bekannte Brühler Chor „Eufonia“ jedenfalls bestätigt derlei Vermutungen, zumal seine Mitglieder bei ihrem Namibia-Besuch in 2002 etliche Begegnungen der besonderen Art hatten.
So durchfuhren sie Stunden- wenn nicht Tage lang die Etosha-Pfanne („Ich hätte gerne eine Etosha-Pfanne für zwei Personen!“), ohne auch nur einen einzigen Elefanten oder mehr als zwei Zebras zu sichten. Also handelt es sich bestimmt um ein Gericht – äh Gerücht, dass es dort welche gibt.
Etwas enttäuscht, aber dennoch bemüht, gute Miene zum bösen Spiel zu machen, fuhren sie nach Einbruch der Dunkelheit in eine der anderen Lodges, wo sie ein abendliches Konzert geben sollten. Etwas hektisch, da die Genehmigung recht spät erteilt wurde, zog der Chor sich in den Reisebus zurück und darin um, damit vor Ort ein ordentlicher Eindruck gemacht werden könne.

Und was passierte prompt? Sie ahnen es schon! Lassen wir den Geschäftsführer zu Wort kommen: Wir fuhren im Höllentempo, verglichen zu unserem nachmittäglichen Gamedrive, durch die Etosha, und während wir im Bus auf Gängen und Bänken in unsere Fracks und Zylinder schlüpften, liefen draußen plötzlich so viele Tiere vorbei, die sich tagsüber unsichtbar gemacht hatten, dass wir zunächst dachten, wir sind in einem anderen Film. Kaum hebt man den Kopf, um eine Socke zurecht zu ziehen, galoppiert draußen eine Zebra am Fenster vorbei. Während man seine Krawatte bindet, drehen Giraffen im Scheinwerferlicht ihre grazilen Runden. Ein Kudu wirft stolz sein Gehörn in den Nacken und schaut zu uns herüber, als fände er es unglaublich komisch, in der dunklen afrikanischen Nacht ein wirres Wuseln im hell erleuchteten Fahrzeug zu betrachten. Wir haben nur noch darauf gewartet, dass gleich ein Elefant vorbeikommt, auf dem wir wie Pinguine in Frack und Zylinder in die Lodge reiten...

Also, das kann ja heiter werden! Am Mittwoch, dem 16. Mai, ab 19 Uhr in der Brühler Galerie am Schloss findet die Geschichte ihre Fortsetzung ...

                                                                                                                  (Konny von Schmettau)

9. Mai 2012

Hummeldumm mal andersrum

Man nehme: Eine Gruppe Touristen, die in einen anderen Kontinent fliegt. Einige von ihnen kennen das andere Land bereits, andere aber sind ganz fremd. Sitten und Gebräuche sind vertraut, schließlich ist man Deutsch, aber hüben wie drüben hat man denn doch seine Eigenheiten.
Da werden Überlegungen angestellt, was man am besten anzieht: Es ist Frühling, aber es kann noch kühl werden. Schließlich sind wir Swakopmunder und ohne warme Jacke geht ja hier auch nichts.
Brauchen wir feste Schuhe oder dürfen wir unsere Sandalen mitnehmen? Welchen Schlips tragen wir, wie treten wir gemeinsam in der Öffentlichkeit auf, wenn wir gerade nicht auf einer Bühne stehen und wie viel kostet eigentlich in Deutschland ein Bier? Gibt’s da auch Amarula oder müssen wir welchen mitnehmen? Wie sonst können wir nach vollbrachtem Tagwerk unser berühmtes Lied „Amarula“ singen?
Ja, wir reisen gemeinsam in einem Bus durch Deutschland. Wir sind sehr organisiert und alle Unterkünfte sind ebenfalls vorgebucht. Und wir werden viel singen unterwegs.
Wir haben den Bus und Fahrer selbst organisiert – gelten wir daher als Selbstfahrer? Oder kommen wir als Gruppe wie Hummeldumm daher? Jedenfalls fährt unser Bus auf der falschen Straßenseite, soviel ist mal klar.
Nun gut, wir werden uns den Gepflogenheiten anpassen und nicht meckern, wenn wir kein Zebrafilet und kein Rauchfleisch bekommen.
Wir werden die Speisekarte studieren und überlegen, wie viel das in Namibia Dollar ist.
Wenn wir in einen Laden gehen,....

27. April 2012

Vorfreude

Swakopmunder Männergesangverein auf Deutschland-Tournee

110 Jahre wird der Swakopmunder Männergesangverein (SMGV) in diesem Jahr, und um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, geht er auf Einladung mehrerer deutscher Gesangvereine vom 15. - 29. Mai 2012 von Namibia aus auf Tournee durch Deutschland.
Die Jubiläumsreise führt durch die Städte Brühl, Katlenburg, Duderstadt, Rudolstadt, Birkenau und Schwetzingen.
Die Swakopmunder Sänger mit ihren Schlachtenbummlern starten in Brühl bei Köln, wo der Chor gemeinsam mit den berühmten Eufonisten in der Schloss-Galerie auftritt.
Anschließend geht die Reise weiter nach Katlenburg, wo auf Einladung des MGV Katlenburg ein gemeinsames Singen dreier Chöhe stattfindet, denn auch die langjährigen SMGV-Freunde aus Braunschweig vom Post-Männergesangverein werden sich auf der historischen Burg einfinden.
In Duderstadt tritt der SMGV bei der German Namibian Association auf - einer Gesellschaft, die sich der Förderung sozialer Projekte in Namibia widmet - und natürlich ist auch ein Besuch auf dem Brocken eingeplant.
Vom Harz aus geht es weiter nach Rudolstadt, wo die Swakopmunder auf Einladung des MGV Otto-Hartung gastieren.
Einer der Höhepunkte der Tournee findet am Pfingstsamstag mit den Freunden der Eintracht Birkenau statt, mit denen der SMGV im Schlosshof von Baron Wambolt das 160-jährige Bestehen des Chores mit feiert. Der Birkenauer Chor war vor zwei Jahren auf Besuch in Namibia, so dass sich alle auf ein gemeinsames Wiedersehen freuen.
Zu seinem letzten Konzert der Deutschland-Tournee gastiert der SMGV beim Liederkranz in Schwetzingen am Pfingstsonntag.
Der Swakopmunder Männergesangverein ist der älteste noch existierende deutsche Verein in Namibia und hat derzeit 28 Mitglieder. Mit auf Tournee gehen Dirigentin Dörte Witte sowie die Musikerin Linette Potgieter.
Das Musikprogramm, das der SMGV auf seiner Tournee darbringt, soll Einblicke in die musikalische Vielfalt des Landes vermitteln. Lieder aus den Anfängen der Besiedlung Namibias durch deutsche Einwanderer, wie das Südwesterlied oder die Erschaffung Südwests, wechseln sich ab mit Gesängen aus der Burenzeit wie Piet Donsie oder Sarie Marais sowie Liedern der einheimischen Bevölkerung wie Shosholoza und !Guru tama.
Das deutsche Publikum wird somit die Bandbreite der Musikkunst eines Landes erleben, das aus siebzehn anerkannten Volksstämmen (darunter unter anderem die Deutschen) besteht.
Zur Jubiläumsreise erscheint zudem eine umgangreiche Reisebroschüre mit der Chronik des historischen Vereins, Liedertexten, Fotos sowie Berichten aus und über Namibia.