Dies ist unser Tagebuch von der Jubiläumsreise zum 110-ten Bestehen des Swakopmunder Männergesangverein von 1902
4. Juni 2012
Die Presse über Birkenau Konzert
Chorgesang verbindet - bis nach Afrika
Gäste
aus Afrika: Der Swakopmunder Gesangverein aus Namibia, der den Bogen
von einem deutschsprachigen Stück bis zum südafrikanischen
Zulu-Volkslied spannte. Bild: Gutschalk
Birkenau.
Prächtiges Wetter und herausragende musikalische Darbietungen ließen
das Open-Air-Konzert des MGV Eintracht Birkenau zu einer Werbung für den
Chorgesang werden 500 Menschen fanden den Weg in den Hof des Birkenauer
Schlosses und bescherten dem MGV in seinem 160. Jubiläumsjahr eine
ausverkaufte Veranstaltung, die in einem herrlichen Ambiente stattfand.
Die
mit weißen Blumen geschmückte, große Bühne war vor der schönen Kulisse
des Haupteingangs des Birkenauer Schlosses aufgebaut, der mit Stühlen
versehene Schlossgarten wurde zum pittoresken Zuschauerraum. Viel Liebe
zum Detail hatten der MGV und der Hausherr Baron Philipp Wambolt von
Umstadt in die Gestaltung des Veranstaltungsortes aufgewendet. Weiß
bezogene Stehtische mit stilvoller Dekoration gaben vortreffliche
Gelegenheit, bei einem Gläschen Sekt oder Wein zu verweilen.
Ebenso
herausragend gerieten die musikalischen Darbietungen, die der MGV
Eintracht, die Gäste aus Afrika, der Swakopmunder Gesangverein aus
Namibia, sowie die Sopranistin Sabrina Vieweg auf die Bühne brachten.
Die Drei präsentierten ein Stelldichein der Melodien, das vor der Pause
unter dem Motto "Internationaler Chorgesang im Wandel der Zeit" und
später unter der Prämisse "Ohrwürmer" und "Chorgesang verbindet" für 150
Minuten die hohen Fähigkeiten der beteiligten Vokalisten unter Beweis
stellte.
44 Männerstimmen
Der
Vorsitzende des MGV Eintracht, Wolfgang Kadel, begrüßte das Publikum
und gab die Bühne frei für den musikalischen Gastgeber des Abends, der
mit dem Lied "Blauer Mond" eröffnete. 44 Männerstimmen unter der Leitung
von Frank Ewald verzauberten im Anschluss vielstimmig mit dem flotten
Stück " Wir kamen einst von Piemont" das Publikum, das von Bernhard
Holzmann und Werner Müller durch das Programm geführt wurden.
Ein
besonderes Highlight kredenzte die Sopranistin Sabrina Vieweg den
Zuhörern. Die 27-Jährige lud ein zu einer melodiösen Reise durch die
Welt des Musicals und begeisterte mit höchster vokalischer Virtuosität,
was sie bei dem Stück "Mit ’nem Teelöffel Zucker" aus dem Musical "Marry
Poppins" erstmals unter Beweis stellte, wobei sie kongenial von Marc
Bugert am Flügel begleitet wurde. Nach zwei weiteren prima Vorträgen der
Eintracht und einem weiteren eindrucksvollen Auftritt von Vieweg betrat
der unbestritten weit gereistete Gast die Bühne.
Der
Swakopmunder Gesangverein machte bei seiner Deutschlandtournee den
fünften Halt. Der gebürtige Weinheimer Christian Stiebahl, der seit zwei
Jahren in Namibia lebt, begrüßte das Publikum. Der zwölf Mann starke
Chor unter der Leitung von Dörte Witte eröffnete seine Darbietungen mit
dem deutschsprachigen Volkslied, das in dem afrikanischen Land
komponiert wurde. "Land der strahlend hellen Sonne", in dem nicht nur
die herrliche Natur, aber auch die Gegensätze zwischen Arm und Reich und
die Vielsprachigkeit des Landes thematisiert wurden. Begleitet wurde
das Ensemble, die ihren Vortrag auch mit Trommeln und Querflöte
musikalisch umrahmten, von der Pianistin Linette Potgieter.
Musik des schwarzen Kontinents
Gemeinsam
luden sie mit den Stücken "Plea for Africa" und "The lion sleeps
tonight" zu einer Hörreise durch den schwarzen Kontinent ein. Nachdem
der MGV Eintracht mit Shantys in anspruchsvollen Arrangements und dem
Stück "Vive L´amour" die Lebensfreude besungen hatten, gab eine Pause
Gelegenheit, in dem bezaubernden Ambiente des Schlosshofes zu flanieren
und bei einem kühlen Getränk zu verweilen und sich auszutauschen.
Doch
schon bald lockten wieder die Melodien von der Bühne, dieses Mal mit
Ohrwürmern, zu denen auch die herausragende Version von Leonard Cohens
getragenem, sanften "Hallelujah" und dem Filmmusiktitel "Conquest of
paradise", das der MGV Eintracht vortrug, gehörten. Die schon optisch
zauberhafte Atmosphäre, die die einsetzende Dämmerung über den
Schlosshof brachte, umrahmte Vieweg obendrein mit beeindruckenden
Versionen von "Nur für mich" aus dem Musical "Les Miserables" und dem
auf schwedisch gesungenen "Gabriellas Sang".
Der
Swakopmunder Gesangverein brachte die sakrale mündlich überlieferte
Volksweise "Meguru" dar und sorgte mit tänzerischen Einlagen zu dem
südafrikanischen Zulu-Volkslied "Schosholoza", dessen schneller Rhythmus
durch Fußstampfen untermalt wurde, für wippende Füße.
Mit
"So war mein Leben" mit Edgar Löffler als Solisten und dem
"Fliegermarsch" beendete der Männergesangsverein ein herausragendes
Musikerlebnis im Schlosspark. Ohne Zugabe durften die Akteure die Bühne
jedoch nicht verlassen. So ließ der MGV Eintracht Birkenau zusammen mit
dem MGV Swakopmund einen unvergesslichen Musikabend mit "Der Wandrer"
und dem Klassiker "Die Rose" sanft ausklingen
Die Presse über Brühlkonzert
Eben erreichte mich ein Pressebericht über unser Konzert mit dem MGV Eufonia. Hier der Link:
Pressebericht Eufonia Konzert
Zum Thema komischer Autowaschstraßen hätte ich da noch eine Steigerung: Ich komme eben von Rügen. Dort, in Richtung Kap-Arkona, gibt es sogar "Lotuswaschstraßen"! Na, wenn das nichts ist! Mit doppelter Schutzschicht (für die Haut ab 50).
Pressebericht Eufonia Konzert
Zum Thema komischer Autowaschstraßen hätte ich da noch eine Steigerung: Ich komme eben von Rügen. Dort, in Richtung Kap-Arkona, gibt es sogar "Lotuswaschstraßen"! Na, wenn das nichts ist! Mit doppelter Schutzschicht (für die Haut ab 50).
31. Mai 2012
Der letzte Tag, Empfang in Weinheim
Am letzten Tage wurden wir vom Pressesprecher der Stadt Weinheim empfangen und durch das Rathaus geführt....
Hier die Bilder dazu: Weinheim
Hier die Bilder dazu: Weinheim
Die letzten Bilder
Hier die letzten Bilder der Tour. Zuerst von der nächtlichen Chorprobe und Abschiedsfeier in der
Kleinen Kneipe in unserer Straße.
Der letzte Abend
Kleinen Kneipe in unserer Straße.
Der letzte Abend
30. Mai 2012
29. Mai 2012
Die nächtliche Chorprobe
Es ist doch erstaunlich, wie kreativ und äußerst energiegeladen Männer nachts sein können!
Wir
weiblichen Mitglieder des SMGV bedanken uns aufs Herzlichste für das
nächtliche Ständchen mit voraus gegangenem Einsingen. Ich, als
Chorleiterin, habe einige neue (zwar ungewöhnliche !) Anregungen für
unsere Stimmen- und Atemübungen bekommen. Erstens braucht man einige
Kissen dazu, die mit mehr oder weniger Kraft auf den nächst Stehenden geschlagen werden. Am Stimmtraining müssen wir zwar noch
arbeiten, aber ich habe festgestelt, dass der erste Tenor also doch
Kopfstimme singen kann. Das hat Bernd mit seinen hoch aufgesetzten
Lachübungen bewiesen. Dass unsere Männer auch genug Atem haben, wurde
hinlänglich an der Dauer des Einsingens bewiesen.
Diese
einstündige Vorbereitung gipfelte dann in einem Ständchen um 2.10
Uhr vor dem Zimmer der „sanften Engel“ mit „Die Rose“. Als
Entschuldigung beim Frühstück war uns dann allen klar, dass ja
eigentlich Franz an der ganzen Aktion schuld war!
Tja,
das hat er nun davon, dass er nicht mitgefahren ist!
Erdbeerpflücken
Wir waren in Heidelberg den ganzen Tag
und beobachteten das Treiben ohne Plag.
Das Schloss, den Neckar und die
Philosophenstraße
genossen wir in vollem Maße.
Doch dann gings wieder in den Bus,
da man bei Zeiten in der Herberge sein
muss,
um die Birkenauer zu begrüßen,
die ein Braai mit uns im Garten
genießen.
Doch leider fuhren wir, Oh weh und Ach!
Entlang einem Erdbeerfeld am Bach.
Es stoppte der Bus, das freute uns
alle,
zum Erdbeerfeld gings mit frohem
Schalle.
Erdbeerpflücken auf dem Feld
macht Spaß und kostet wenig Geld.
Ganz frisch und voll mit Vitamin C,
das bringt die Gesundheit auf die Höh.
Wir pflückten 2 Körbchen voll, es war
ein Genuss
für nur drei Euro zwanzig, das war famos.
Nun konnten wir alle im Bus das
fröhliche Obst essen
und dabei die Gesundheit nicht
vergessen.
Die Erdbeerbowle am Abend beim Braai
war frisch und gut.
Ein Dank an Theresa und Elisa für
ihren Mut,
die diese Bowle vorbereiteten für den
Männerchor,
damit er immer fröhlich singt dann
weiter vor.
(LP)
Unser Konzert in Birkenau
Ein Konzert im Freien?
Das ist doof – so haben wir alle gedacht. Wie angenehm waren wir
überrascht. Im Schlossgarten standen etwa 500 Stühle aufgereiht,
die alle zum Konzert besetzt waren! Eine Bühne war vor dem Schloß
aufgebaut. Hierauf war genug Platz für die beiden Chöre, den
Flügel, eine Sopranistin und die Mikrofone. Außerdem waren
Flutlichter angebracht.
Vor der imposanten und
phantastischen Kulisse des Renaisanceschlosses der Familie Wambold von
Umstadt wirkte unsere Sängerschar etwas verloren. - Der quantitativ
größere Chor der Gastgeber und die Sopranistin taten das Ihre hinzu. Das
Chorfest wurde organisiert aus Anlaß der 160ten Jubiläums des
MGV Eintracht Birkenau in Zusammenhang mit dem 15jährigen Jubiläum
des Dirigenten Frank Ewald. In der etwa 20 minütigen Pause gab es
dann Wein und Brezel zur Stärkung.
Ein wunderschönes
Konzert endete dann bei Einbruch der Dunkelheit gegen 22.00 Uhr mit
einem gemeinsamen Lied der beiden Chöre und der Sopranistin.
(Linette P.)
27. Mai 2012
Von Erdbeeren und Schönheitspflege
Im Mai 2012, so war’s gedacht
Der SMGV einen Ausflug macht.
Wohin? Die Antwort war nicht schwer
Nach Jerrieland, wohl übers weite Meer.
Gewappnet und mit vollem Koffer war’s dann soweit
In Windhoek war auch schon der Flieger bereit.
Doch plötzlich fiel mir ein: Oh, welche Pein,
Die Schönheitscreme liegt zu Hause – das ist nicht fein.
Mit 16 Männern zwei Wochen in Jerrieland zu verbringen –
Mit Ausflügen, Busfahrten und natürlich singen!
Da muss ich was tun, um die Gesundheit zu hegen,
Und auch etwas, um die Schönheit zu pflegen.
Mit der Gesundheit ist es einfach – na klar
Im Jerrieland ist Erdbeerzeit – Hurra!
Erdbeere pur, in der Bowle, im Eis und auf dem Feld,
Sie ganz bestimmt massenhaft Vitamin C enthält.
Die Ärzte behaupten ja, Vitamin C sei gut fürs Immunsystem,
Rotes Obst hält gesund und fröhlich außerdem.
So lautet die Devise bei mir und den Frauen im Bus
Möglichst viele Erdbeeren man zu sich nehmen muss.
Doch muss man die Schönheit auch mit bedenken –
Ich dachte immer, mit genügend Schlaf könnte ich sie in die
richtige Richtung lenken.
Durch den Aufbau der sozialen Beziehungen war viel Schlaf
nicht drin,
deshalb litt die Schönheit von Anbeginn.
Doch es gab einen Mann in dem Bus –
Der wusste genau, wie man’s machen muss:
Ne Gurke abends schön in Scheiben schneiden
Und gut auf die Augen dann verteilen.
Dieser Tipp war wunderbar –
Doch woher die Gurke holen? Das ist doch klar!
Beim Marktplatz konnte man kleine, grüne Gurken besorgen,
Als Geschenk für die Schönheitspflege der Frauen von morgen.
Ob die Erdebeere und Gurke nun ihren Zweck erfüllt?
Das ist die Frage, die sich jeder stellt.
Das Ergebnis werden wir sehen nach der Tour so wahr –
Wenn alle sind gesund und ohne Falten – ist doch klar.
(Linette Potgieter)
Marktplatz-Gesänge und glückliche Früchte
Sodele, endlich haben wir wieder Inder-Net und können euch
weiter unterhalten. Viel Spaß bei unserer heutigen JT-Lektüre zum 25. Mai 2012!
Mensch, was herrscht bei uns für ein Kommen und Gehen in den
letzten Tagen unserer Tournee. Jeder muss noch schnell irgendwohin zu irgendwem
– und zwar endelela.
Kaum ist die Presse wieder an Bord, verlässt einer nach dem
anderen das sinkende – ne singende Schiff. Aber die kommen alle wieder, keine
Panik auf der Titanic!
Begeisterung und wie immer beste Stimmung herrschte auf Pad
von Blankenburg nach Birkenau, wo wir in Karlstadt am Main Stopp machten. Hier
nämlich herrscht die Weltfirma Schwenk Betonwerke, die auch in Namibia eine
Auslands-Dependance hat, und zwar das Zementwerk Ohorongo im Norden, wo auf 35
Hektar produziert und geplanten 350 Hektar abgebaut wird. Elf Kilometer
Accessraoad haben sie dafür gebaut, um unseren Busch urbar zu machen. Ne,
warte, stimmt ja gar nicht, den Busch nämlich entbuschen sie, um daraus
Brennstoff zu gewinnen, von dem sie 100.000 Tonnen im Jahr benötigen. Die
Rohstoffe reichen für gut 100-200 Jahre, berichtet man uns bei Weißwurst mit
Weißbier, Brezeln und süßem Senf, und
wir sind alle ganz Ohr. Außer beim Kauen. Weiß ja jeder, dass Kauen und Zuhören
bei etwa der Hälfte der Menschheit nicht gleichzeitig funktionieren, ne.
Der Herr Schneider mit seiner Gattin lud persönlich ein und
begleitete uns auch zum Marktplatz, wo wir mit afrikanischen Weisen das Volk
begeisterten und sogar einem jungen Ehepaar singend Glück wünschen durften.
Und als unsere Jungs mit dem Tanzen anfingen, rief ein
Karlstädter seiner Frau begeistert zu: „Das ist mal was anderes als unsere
Gesangvereine hier! Da steckt ne Menge Energie drin!“ Finden wir auch.
Bloß, wenn der wüsste, wie hart wir diese Energie erkämpfen!
Trotz Grippe, Halsschmerzen, müden Beinen von 1001 Stadtbesichtigungen und
vollen Bäuchen von 1001 Brat-, Weiß-, Thüringer-, Nürnberger- und
was-weiß-ich-noch für Würsten tut das Tanzen auch Not, um durch- und unsere
Augen offen zu halten.
Um uns weiterzubilden, mussten wir – zwischen Staunen,
Freuen und Wundern, als wir das mächtige Main-Rivier durchs Busfenster
bewunderten – dann auf Pad nach Birkenau erst mal die einschlägigen Zeitungen
lesen, die hier in den Kiosken rumliegen und stehen. Schließlich muss man(n) ja
wissen, was die deutsche Frau so beschäftigt. Victoria von Schweden hat gerade
ihre kleine Tochter taufen lassen („Ach, ich wusste gar nicht, dass die ein
Kind hat! Und mit wem ist sie verheiratet?“), ein bekannter Schauspieler hat
einer Frau das Leben gerettet und rote Früchte, sagt die Yellow Press, machen
glücklich und sexy auch noch. Kein Wunder, dass bei der Erdbeerbowle in Bad
Blankenburg so eine ausgelassene Stimmung herrschte. Zum Glück waren da keine Orangen
drin, die hätten ja die falsche Farbe gehabt. Lesen bildet, sach ich doch
immer.
„Wenn ich das Gewicht meines Gehirnes als Maßstab nehme und
das in Hackfleisch umrechne“, schreibt eine deutsche Regenbogen-Zeitschrift,
„dann könnte ich aus dieser Masse 5-6 Frikadellen herstellen. Oder Bolognese
für 4-5 Personen.“ Is ja eklich. Muss man das wirklich wissen? Beziehungsweise
WILL man das überhaupt wissen?
Das Thema beschäftigt uns noch eine ganze Weile, und kaum
hat jemand was Ulkiges gesagt, wird in Frage gestellt, ob er noch alle
Frikadellen an der Waffel, äh im Gehirnskastel hat. Bei manchen wird gemunkelt,
dass es sich doch wohl eher um Bolognese handelt.
Unwillkürlich stellt sich uns die Frage, was man eigentlich
mit einer „Textilen Waschstraße“ macht, an der wir vorbeifahren. „Na klar, da
kann man mit Lappies um sich werfen!“, brüllt jemand durch den Bus. Ah-ja. Da
sind wohl eindeutig nur noch drei Frikadellen vorhanden.
Bei unserer Rundfahrt durch Christians Heimatstadt Weinheim
stellen wir dann fest, dass er wohl ne ganze Weile nicht hier war, denn den
Platz, den wir suchen, finden wir nicht mal so auf Anhieb. Dafür erfahren wir,
dass auch hier eine Autoshow geboten wird, wie viel ein Oldtimer in Jerrieland
kostet (dafür muss eine Südwester Omma ganz schön lange stricken!) und dass es
hier drei Postämter gibt. Naja, eigentlich nur eins, aber das haben wir dreimal
umrundet. Zählt doch als drei Postämter, oder? Herbert wurde jedenfalls ganz
nervös, als das Postamt zum dritten Mal vorbei kam, denn aussteigen durfte er
immer noch nicht, obwohl er seit drei Tagen deutschlandweit ein Postamt sucht.
Wenn er dann morgen hin will, wird er es aber sicher nicht wieder finden, das
macht Murphy immer gerne so.
Anyway, endlich war alles gefunden und unser Ulli, der neue
Busfahrer, begeisterte die gesamte Truppe durch seine brillanten Fahrkünste.
Das Jugendhaus in Birkenau nämlich liegt idyllisch in einer engen, winzigen
Dorfstraße, in die die meisten von uns nicht mal hätten einparken, geschweige
denn reinfahren hätten wollen. Bernd aber, der fuhr millimetergenau um die
Kurve, und ungeachtet unserer „Stopp“- „Weia“-, und „Ooooh“-Rufe schaffte er das ganz alleine, ohne Schrammen,
alle Achtung!
Und da standen sie dann auch schon auf dem Hof, unsere
Birkenauer, die uns vor zwei Jahren in Swakop besucht hatten und mächtig happy
waren, uns wiederzusehen. Offiziell, aber unkonventionell wurden wir mit
herzlichen Drükkies begrüßt und nach dem Einsingen am Abend gab es im
Vereinsclub so manche Runde kühlen Hopfenblütentranks. Trunken vor Vorfreude
auf das große Fest des folgenden Abends fuhren wir gen Jugendhaus, mussten aber
auf Pad noch schnell mal in der Dorfkneipe vorbeischauen, die noch auf hatte
und wo Anton uns mit weiteren Hopfenblütentränken in noch bessere Stimmung
versetzte.
Der Magier von Nieder-Liebersbach zeigte uns, dass stille Wasser bzw.
Dörfer nicht zu unterschätzen sind, indem er einen Korken aus der offenen Hand
in die geschlossene Flasche zauberte und brachte uns damit zur Quintessenz:
Jackie durch Anton ersetzt. Setzen, Fünf. Aber des passt scho, wie ma hier so
sacht.
(Konny von Schmettau)
26. Mai 2012
25. Mai 2012
Der letzte Tag in Thüringen
Der letzte Tag in
Thüringen unter Bernd Schlags kompetenter Führung.
Erster Programmpunkt –
eine echte Bergbahn. Über knapp 1,5 km ziehen sich zwei auf beiden
Schienen laufende Wagons – gekoppelt durch ein starkes Stahlseil
gegenseitig in die Höhe. Für die Techniker unter uns ein
Leckerbissen. Gerd Link ließ es sich nehmen im Zuge einer
Frühsport-Aktion der Bahn auf der 25%-gen Steigung den Kampf an zu
sagen. Dabei mußte er sich im Sprint bergauf jedoch knapp geschlagen
geben. An der Bergbahn verabschiedeten wir uns von den extra aus
Berlin angereisten Köhlers, die abschließend unsere Reisekasse noch
mit einer großzügigen Spende aufgebessert haben.
Bernd führte uns dann
entlang des Rennsteigwegs in den Höhen des Thüringer Waldes zu
einer Glasbläserei: GREINER. Die Feinheiten dieses Jahrhunderte
alten Handwerks wurden uns hautnah demonstriert. Nebenher lief ein
Informationsfilm, gefühlvoll untermalt mit Volkslieder aus der
Region. Danach war Shopping angesagt. Nicht nur die Damen erstanden
in dem Geschäft nebenan kleine Kostbarkeiten aus Glas als
Mitbringsel.
Nun ging es ins
malerische Saaletal hinab, mit seinen vielen Stauseen und
Wasserkraftanlagen. Bei Ziegenrück konnten wir im Wasserkraftmuseum
die Geschichte der technischen Entwicklung dieser wichtigen und
Umweltfreundlichen Energieproduktionsart bewundern. Eindrucksvoll
waren auch der „Hochspannungsraum“. Dort wurden zu
Demonstrationszwecken die verschiedensten Blitze und Knalleffekte und
höchster Voltzahl generiert.
Bei soviel Wasser durfte
ein kleiner Ausflug per Fähre nicht fehlen. Die Gegend muß ein
Paradies für Wassersportler sein. Als I-Tüpfelchen des Tages lud
uns Bernd Abends in „seine“ Gastwirtschaft „Hopfengarten“ zu
deftigen Rouladen, Rotkohl und Kartoffelklößen ein.
Ein schöner
Tag endete im Champions-Club, der komfortablen Sportschule Bad
Blankenburg. Dort verabschiedeten wir uns von unserem Sangesbruder
Gerd Link, der die Tour vorbildlich vorbereitet und organisiert hat,
mit einem kleinen Dankeschön.
(RM)
24. Mai 2012
Konzert in Bad Blankenburg
Es war ein „richtig
runder Hörgenuss.“ Das Singen im Saal liegt unseren Wüsten-Barden
offensichtlich mehr als das Singen draußen in freier Natur.
Das von Dörte auf- und
umgestellte Programm kam prima an. Das Publikum hörte ernsthaft und
aufmerksam zu. Unsere Gastgeber, der Otto-Hartung Chor, wurde ebenso
wohlwollend aufgenommen. Dies lag nicht nur daran, dass sie hier
„Heimvorteil“ hatten. Die Jungs waren wirklich gut. Anschließend
tanzten wir noch ein bisschen. Leider gab es nicht genügend Damen.
Also fand die fröhliche Stimmung ihre Fortsetzung im anliegenden
Champions-Pub.
(Irene Schier)
Das war wieder mal so ein Tag auf
unserer Tour, den wir so schnell nicht vergessen werden. Ein Tag
voller OOHHS und AAHS und noch viel mehr. Aber von lasst mich von
vorne berichten:
Nach einem reichhaltigen Früstück
- das Buffet im Landesporthotel Bad Blankenburg ist wirklich erste
Sahne - startete unser Bus zur ersten Etappe um 9:10 Uhr nach
Rudolstadt. Schlösser habe ich ja schon viele gesehen und ich bin
immer wieder von dem Glanz und Pomp, den die früheren Herrscher
betrieben haben, beeindruckt. Aber selten habe ich ein Schloss wie
die Heidecksburg gesehen, bei dem einfach alles passte.
Es beginnt schon mit der super Lage:
Vom Berghang schaut man über das ganze Rudolstadt. Ein Blick, wie er
schöner nicht sein kann. Dann kam die Führung durch die Räume –
einer schöner als der Andere. Als ich schon dachte: „Das war's“,
kamen wir in den großen Residenzsaal. Da entfuhr mir unwillkürlich
das erste Aaahh! Einfach überwältigend. Als der Chor dann noch
„Stumpfen verglühen...“ anstimmte, lief mir ein eiskalter Schauer
über den Rücken. Später im Ankleide- und Musikzimmer der Fürstin
hatten wir noch einmal die Gelegenheit ein Lied anzustimmen und
wieder lief es mir den Rücken herunter. Das „Südwesterlied“ in
einem solchen Ramen ist schon etwas besonderes.
Übrigens waren die Grafen dort sehr Einfallsreich und Schlau. So beschloß einer der Grafen, daß jeder Besucher der
Stadt Steine mitzubringen hatte. So pflasterte man die ganzen Straßen
und baute auch die Stadtmauer auf.
Danach ging es zum Rathaus. Dort
empfing uns der Bürgermeister. Auch dort war die Akkustik einfach
genial. Die dort gesungenen Lieder „Land der strahlend hellen
Sonne“, „Shosholoza“ und „Morokeni“, von unseren 14 Sängern
dargeboten, erklangen mit der Kraft eines ausgewachsenen
Wagnerchores. Schnell leerten sich die Büros des Rathauses, denn
diesen Genuss wollte keiner missen. Dörte und ihre Sänger: „Ihr
wart klasse!“
Danach machte der Chor einen kleinen
Rundgang über den Markt, wo der Chor ebenfalls noch ein paar Lieder
zum Besten gab. Gestärkt mit einer „Original Thüringer Bratwurst
vom Besten“ (O-Ton Bernd, der Reiseleiter, Schlag), welche
unsere Freunde des Otto-Hartung-Chores spendierten, schlenderten
wir vom Markt zum Schiller-Haus und dann zum Theater, in dem Goethe
Schillers Räuber inszenierte (Schiller saß selbst unter den
Zuschauern und war begeistert), zurück zum Bus, denn wir mußten ja
weiter! Die Feengrotten warteten. Auch das war wieder ein Genuss der
besonderen Art. Ich kann den optischen Eindruck nicht mit Worten
beschreiben und hoffe, dass die „Redaktion“ hier ein Bild einfügt.
...Ich war überwältigt. Natürlich
wurde in der Grotte auch ein Lied zum Besten gegeben. Alle Gruppen in
der Höhle waren begeistert. Für mich kam der musikalische Höhepunkt
des Tages bei einer anderen Gelegenheit: Wir gingen im Gänsemarsch,
weit auseinander gezogen, durch einen engen, 186 Meter langen
Verbindungsgang, als plötzlich von hinten erst ganz leise, dann sich
steigernd Musik an mein Ohr klang. Morokeni und Shosholoza. Da lief
es mir eiskalt den Rücken hinunter. Danke ihr Männer für diese
Einlage.
So, jetzt ist es halb fünf. Ich mache
noch einen kleinen Spaziergang, denn ich freue mich schon auf das
Konzert heute Abend.
(Gerd Link)
...nach 18 Uhr
...einfach Klasse, die Anlage der Landessportschule von Bad Blankenburg! … Und erst die Zimmer! Solchermaßen beflügelt schwirrten die Sangesbrüder aus und machten ordentlich Reklame für das Konzert am Mittwoch, 23.5!
Das Interesse am Chor verpflichtete uns zu einer kleinen musikalischen Kostprobe, wodurch die Lust auf mehr im Publikum erweckt wurde. Aber wir sind nicht die einzigen Exoten in diesem Hotel: Plötzlich tauchte ein Dudelsackspieler auf und erfreute uns mit einigen Darbietungen. Als Begründung, warum er dieses Insturement denn mit sich führe, erwiderte er, daß er zu Hause nicht üben dürfe ...
(Irene Schier)
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