31. Mai 2012

Der letzte Tag, Empfang in Weinheim

Am letzten Tage wurden wir vom Pressesprecher der Stadt Weinheim empfangen und durch das Rathaus geführt....
Hier die Bilder dazu: Weinheim

Die letzten Bilder

Hier die letzten Bilder der Tour. Zuerst von der nächtlichen Chorprobe und Abschiedsfeier in der
Kleinen Kneipe in unserer Straße.


Der letzte Abend

29. Mai 2012

Die nächtliche Chorprobe


Es ist doch erstaunlich, wie kreativ und äußerst energiegeladen Männer nachts sein können!
Wir weiblichen Mitglieder des SMGV bedanken uns aufs Herzlichste für das nächtliche Ständchen mit voraus gegangenem Einsingen. Ich, als Chorleiterin, habe einige neue (zwar ungewöhnliche !) Anregungen für unsere Stimmen- und Atemübungen bekommen. Erstens braucht man einige Kissen dazu, die mit mehr oder weniger Kraft auf den nächst Stehenden geschlagen werden. Am Stimmtraining müssen wir zwar noch arbeiten, aber ich habe festgestelt, dass der erste Tenor also doch Kopfstimme singen kann. Das hat Bernd mit seinen hoch aufgesetzten Lachübungen bewiesen. Dass unsere Männer auch genug Atem haben, wurde hinlänglich an der Dauer des Einsingens bewiesen.

Diese einstündige Vorbereitung gipfelte dann in einem Ständchen um 2.10 Uhr vor dem Zimmer der „sanften Engel“ mit „Die Rose“. Als Entschuldigung beim Frühstück war uns dann allen klar, dass ja eigentlich Franz an der ganzen Aktion schuld war!

Tja, das hat er nun davon, dass er nicht mitgefahren ist!
(Dörte W)


Und hier die Bilder von der fleißigen Nachprobe:  Die Nachtprobe

Erdbeerpflücken


Wir waren in Heidelberg den ganzen Tag
und beobachteten das Treiben ohne Plag.
Das Schloss, den Neckar und die Philosophenstraße
genossen wir in vollem Maße.

Doch dann gings wieder in den Bus,
da man bei Zeiten in der Herberge sein muss,
um die Birkenauer zu begrüßen,
die ein Braai mit uns im Garten genießen.

Doch leider fuhren wir, Oh weh und Ach!
Entlang einem Erdbeerfeld am Bach.
Es stoppte der Bus, das freute uns alle,
zum Erdbeerfeld gings mit frohem Schalle.

Erdbeerpflücken auf dem Feld
macht Spaß und kostet wenig Geld.
Ganz frisch und voll mit Vitamin C,
das bringt die Gesundheit auf die Höh.

Wir pflückten 2 Körbchen voll, es war ein Genuss
für nur drei Euro zwanzig, das war famos.
Nun konnten wir alle im Bus das fröhliche Obst essen
und dabei die Gesundheit nicht vergessen.

Die Erdbeerbowle am Abend beim Braai war frisch und gut.
Ein Dank an Theresa und Elisa für ihren Mut,
die diese Bowle vorbereiteten für den Männerchor,
damit er immer fröhlich singt dann weiter vor.

(LP)


Unser Konzert in Birkenau

Ein Konzert im Freien? Das ist doof – so haben wir alle gedacht. Wie angenehm waren wir überrascht. Im Schlossgarten standen etwa 500 Stühle aufgereiht, die alle zum Konzert besetzt waren! Eine Bühne war vor dem Schloß aufgebaut. Hierauf war genug Platz für die beiden Chöre, den Flügel, eine Sopranistin und die Mikrofone. Außerdem waren Flutlichter angebracht.


Vor der imposanten und phantastischen Kulisse des Renaisanceschlosses der Familie Wambold von Umstadt wirkte unsere Sängerschar etwas verloren. - Der quantitativ größere Chor der Gastgeber und die Sopranistin taten das Ihre hinzu. Das Chorfest wurde organisiert aus Anlaß der 160ten Jubiläums des MGV Eintracht Birkenau in Zusammenhang mit dem 15jährigen Jubiläum des Dirigenten Frank Ewald. In der etwa 20 minütigen Pause gab es dann Wein und Brezel zur Stärkung.

Ein wunderschönes Konzert endete dann bei Einbruch der Dunkelheit gegen 22.00 Uhr mit einem gemeinsamen Lied der beiden Chöre und der Sopranistin.
(Linette P.)

27. Mai 2012

Von Erdbeeren und Schönheitspflege


Im Mai 2012, so war’s gedacht
Der SMGV einen Ausflug macht.
Wohin? Die Antwort war nicht schwer
Nach Jerrieland, wohl übers weite Meer.

Gewappnet und mit vollem Koffer war’s dann soweit
In Windhoek war auch schon der Flieger bereit.
Doch plötzlich fiel mir ein: Oh, welche Pein,
Die Schönheitscreme liegt zu Hause – das ist nicht fein.

Mit 16 Männern zwei Wochen in Jerrieland zu verbringen –
Mit Ausflügen, Busfahrten und natürlich singen!
Da muss ich was tun, um die Gesundheit zu hegen,
Und auch etwas, um die Schönheit zu pflegen.

Mit der Gesundheit ist es einfach – na klar
Im Jerrieland ist Erdbeerzeit – Hurra!
Erdbeere pur, in der Bowle, im Eis und auf dem Feld,
Sie ganz bestimmt massenhaft Vitamin C enthält.

Die Ärzte behaupten ja, Vitamin C sei gut fürs Immunsystem,
Rotes Obst hält gesund und fröhlich außerdem.
So lautet die Devise bei mir und den Frauen im Bus
Möglichst viele Erdbeeren man zu sich nehmen muss.

Doch muss man die Schönheit auch mit bedenken –
Ich dachte immer, mit genügend Schlaf könnte ich sie in die richtige Richtung lenken.
Durch den Aufbau der sozialen Beziehungen war viel Schlaf nicht drin,
deshalb litt die Schönheit von Anbeginn.

Doch es gab einen Mann in dem Bus –
Der wusste genau, wie man’s machen muss:
Ne Gurke abends schön in Scheiben schneiden
Und gut auf die Augen dann verteilen.

Dieser Tipp war wunderbar –
Doch woher die Gurke holen? Das ist doch klar!
Beim Marktplatz konnte man kleine, grüne Gurken besorgen,
Als Geschenk für die Schönheitspflege der Frauen von morgen.

Ob die Erdebeere und Gurke nun ihren Zweck erfüllt?
Das ist die Frage, die sich jeder stellt.
Das Ergebnis werden wir sehen nach der Tour so wahr –
Wenn alle sind gesund und ohne Falten – ist doch klar.

                                                   (Linette Potgieter)

Marktplatz-Gesänge und glückliche Früchte

Sodele, endlich haben wir wieder Inder-Net und können euch weiter unterhalten. Viel Spaß bei unserer heutigen JT-Lektüre zum 25. Mai 2012!

Mensch, was herrscht bei uns für ein Kommen und Gehen in den letzten Tagen unserer Tournee. Jeder muss noch schnell irgendwohin zu irgendwem – und zwar endelela.
Kaum ist die Presse wieder an Bord, verlässt einer nach dem anderen das sinkende – ne singende Schiff. Aber die kommen alle wieder, keine Panik auf der Titanic!

Begeisterung und wie immer beste Stimmung herrschte auf Pad von Blankenburg nach Birkenau, wo wir in Karlstadt am Main Stopp machten. Hier nämlich herrscht die Weltfirma Schwenk Betonwerke, die auch in Namibia eine Auslands-Dependance hat, und zwar das Zementwerk Ohorongo im Norden, wo auf 35 Hektar produziert und geplanten 350 Hektar abgebaut wird. Elf Kilometer Accessraoad haben sie dafür gebaut, um unseren Busch urbar zu machen. Ne, warte, stimmt ja gar nicht, den Busch nämlich entbuschen sie, um daraus Brennstoff zu gewinnen, von dem sie 100.000 Tonnen im Jahr benötigen. Die Rohstoffe reichen für gut 100-200 Jahre, berichtet man uns bei Weißwurst mit Weißbier,  Brezeln und süßem Senf, und wir sind alle ganz Ohr. Außer beim Kauen. Weiß ja jeder, dass Kauen und Zuhören bei etwa der Hälfte der Menschheit nicht gleichzeitig funktionieren, ne.
Der Herr Schneider mit seiner Gattin lud persönlich ein und begleitete uns auch zum Marktplatz, wo wir mit afrikanischen Weisen das Volk begeisterten und sogar einem jungen Ehepaar singend Glück wünschen durften.
Und als unsere Jungs mit dem Tanzen anfingen, rief ein Karlstädter seiner Frau begeistert zu: „Das ist mal was anderes als unsere Gesangvereine hier! Da steckt ne Menge Energie drin!“ Finden wir auch.
Bloß, wenn der wüsste, wie hart wir diese Energie erkämpfen! Trotz Grippe, Halsschmerzen, müden Beinen von 1001 Stadtbesichtigungen und vollen Bäuchen von 1001 Brat-, Weiß-, Thüringer-, Nürnberger- und was-weiß-ich-noch für Würsten tut das Tanzen auch Not, um durch- und unsere Augen offen zu halten.

Um uns weiterzubilden, mussten wir – zwischen Staunen, Freuen und Wundern, als wir das mächtige Main-Rivier durchs Busfenster bewunderten – dann auf Pad nach Birkenau erst mal die einschlägigen Zeitungen lesen, die hier in den Kiosken rumliegen und stehen. Schließlich muss man(n) ja wissen, was die deutsche Frau so beschäftigt. Victoria von Schweden hat gerade ihre kleine Tochter taufen lassen („Ach, ich wusste gar nicht, dass die ein Kind hat! Und mit wem ist sie verheiratet?“), ein bekannter Schauspieler hat einer Frau das Leben gerettet und rote Früchte, sagt die Yellow Press, machen glücklich und sexy auch noch. Kein Wunder, dass bei der Erdbeerbowle in Bad Blankenburg so eine ausgelassene Stimmung herrschte. Zum Glück waren da keine Orangen drin, die hätten ja die falsche Farbe gehabt. Lesen bildet, sach ich doch immer.

„Wenn ich das Gewicht meines Gehirnes als Maßstab nehme und das in Hackfleisch umrechne“, schreibt eine deutsche Regenbogen-Zeitschrift, „dann könnte ich aus dieser Masse 5-6 Frikadellen herstellen. Oder Bolognese für 4-5 Personen.“ Is ja eklich. Muss man das wirklich wissen? Beziehungsweise WILL man das überhaupt wissen?
Das Thema beschäftigt uns noch eine ganze Weile, und kaum hat jemand was Ulkiges gesagt, wird in Frage gestellt, ob er noch alle Frikadellen an der Waffel, äh im Gehirnskastel hat. Bei manchen wird gemunkelt, dass es sich doch wohl eher um Bolognese handelt.
Unwillkürlich stellt sich uns die Frage, was man eigentlich mit einer „Textilen Waschstraße“ macht, an der wir vorbeifahren. „Na klar, da kann man mit Lappies um sich werfen!“, brüllt jemand durch den Bus. Ah-ja. Da sind wohl eindeutig nur noch drei Frikadellen vorhanden.

Bei unserer Rundfahrt durch Christians Heimatstadt Weinheim stellen wir dann fest, dass er wohl ne ganze Weile nicht hier war, denn den Platz, den wir suchen, finden wir nicht mal so auf Anhieb. Dafür erfahren wir, dass auch hier eine Autoshow geboten wird, wie viel ein Oldtimer in Jerrieland kostet (dafür muss eine Südwester Omma ganz schön lange stricken!) und dass es hier drei Postämter gibt. Naja, eigentlich nur eins, aber das haben wir dreimal umrundet. Zählt doch als drei Postämter, oder? Herbert wurde jedenfalls ganz nervös, als das Postamt zum dritten Mal vorbei kam, denn aussteigen durfte er immer noch nicht, obwohl er seit drei Tagen deutschlandweit ein Postamt sucht. Wenn er dann morgen hin will, wird er es aber sicher nicht wieder finden, das macht Murphy immer gerne so.

Anyway, endlich war alles gefunden und unser Ulli, der neue Busfahrer, begeisterte die gesamte Truppe durch seine brillanten Fahrkünste. Das Jugendhaus in Birkenau nämlich liegt idyllisch in einer engen, winzigen Dorfstraße, in die die meisten von uns nicht mal hätten einparken, geschweige denn reinfahren hätten wollen. Bernd aber, der fuhr millimetergenau um die Kurve, und ungeachtet unserer „Stopp“- „Weia“-,  und „Ooooh“-Rufe schaffte er das ganz alleine, ohne Schrammen, alle Achtung!

Und da standen sie dann auch schon auf dem Hof, unsere Birkenauer, die uns vor zwei Jahren in Swakop besucht hatten und mächtig happy waren, uns wiederzusehen. Offiziell, aber unkonventionell wurden wir mit herzlichen Drükkies begrüßt und nach dem Einsingen am Abend gab es im Vereinsclub so manche Runde kühlen Hopfenblütentranks. Trunken vor Vorfreude auf das große Fest des folgenden Abends fuhren wir gen Jugendhaus, mussten aber auf Pad noch schnell mal in der Dorfkneipe vorbeischauen, die noch auf hatte und wo Anton uns mit weiteren Hopfenblütentränken in noch bessere Stimmung versetzte.
Der Magier von Nieder-Liebersbach zeigte uns, dass stille Wasser bzw. Dörfer nicht zu unterschätzen sind, indem er einen Korken aus der offenen Hand in die geschlossene Flasche zauberte und brachte uns damit zur Quintessenz: Jackie durch Anton ersetzt. Setzen, Fünf. Aber des passt scho, wie ma hier so sacht.

(Konny von Schmettau)


25. Mai 2012

Der letzte Tag in Thüringen


Der letzte Tag in Thüringen unter Bernd Schlags kompetenter Führung.

Erster Programmpunkt – eine echte Bergbahn. Über knapp 1,5 km ziehen sich zwei auf beiden Schienen laufende Wagons – gekoppelt durch ein starkes Stahlseil gegenseitig in die Höhe. Für die Techniker unter uns ein Leckerbissen. Gerd Link ließ es sich nehmen im Zuge einer Frühsport-Aktion der Bahn auf der 25%-gen Steigung den Kampf an zu sagen. Dabei mußte er sich im Sprint bergauf jedoch knapp geschlagen geben. An der Bergbahn verabschiedeten wir uns von den extra aus Berlin angereisten Köhlers, die abschließend unsere Reisekasse noch mit einer großzügigen Spende aufgebessert haben. 




Bernd führte uns dann entlang des Rennsteigwegs in den Höhen des Thüringer Waldes zu einer Glasbläserei: GREINER. Die Feinheiten dieses Jahrhunderte alten Handwerks wurden uns hautnah demonstriert. Nebenher lief ein Informationsfilm, gefühlvoll untermalt mit Volkslieder aus der Region. Danach war Shopping angesagt. Nicht nur die Damen erstanden in dem Geschäft nebenan kleine Kostbarkeiten aus Glas als Mitbringsel.



Nun ging es ins malerische Saaletal hinab, mit seinen vielen Stauseen und Wasserkraftanlagen. Bei Ziegenrück konnten wir im Wasserkraftmuseum die Geschichte der technischen Entwicklung dieser wichtigen und Umweltfreundlichen Energieproduktionsart bewundern. Eindrucksvoll waren auch der „Hochspannungsraum“. Dort wurden zu Demonstrationszwecken die verschiedensten Blitze und Knalleffekte und höchster Voltzahl generiert. 




Bei soviel Wasser durfte ein kleiner Ausflug per Fähre nicht fehlen. Die Gegend muß ein Paradies für Wassersportler sein. Als I-Tüpfelchen des Tages lud uns Bernd Abends in „seine“ Gastwirtschaft „Hopfengarten“ zu deftigen Rouladen, Rotkohl und Kartoffelklößen ein. 



Ein schöner Tag endete im Champions-Club, der komfortablen Sportschule Bad Blankenburg. Dort verabschiedeten wir uns von unserem Sangesbruder Gerd Link, der die Tour vorbildlich vorbereitet und organisiert hat, mit einem kleinen Dankeschön.

(RM)
Hier das Album unseres 'Bernd's Überraschungstages:
Der Überraschungstag

24. Mai 2012

Konzert in Bad Blankenburg

Es war ein „richtig runder Hörgenuss.“ Das Singen im Saal liegt unseren Wüsten-Barden offensichtlich mehr als das Singen draußen in freier Natur.
Das von Dörte auf- und umgestellte Programm kam prima an. Das Publikum hörte ernsthaft und aufmerksam zu. Unsere Gastgeber, der Otto-Hartung Chor, wurde ebenso wohlwollend aufgenommen. Dies lag nicht nur daran, dass sie hier „Heimvorteil“ hatten. Die Jungs waren wirklich gut. Anschließend tanzten wir noch ein bisschen. Leider gab es nicht genügend Damen. Also fand die fröhliche Stimmung ihre Fortsetzung im anliegenden Champions-Pub.
(Irene Schier)

Das war wieder mal so ein Tag auf unserer Tour, den wir so schnell nicht vergessen werden. Ein Tag voller OOHHS und AAHS und noch viel mehr. Aber von lasst mich von vorne berichten:

Nach einem reichhaltigen Früstück - das Buffet im Landesporthotel Bad Blankenburg ist wirklich erste Sahne - startete unser Bus zur ersten Etappe um 9:10 Uhr nach Rudolstadt. Schlösser habe ich ja schon viele gesehen und ich bin immer wieder von dem Glanz und Pomp, den die früheren Herrscher betrieben haben, beeindruckt. Aber selten habe ich ein Schloss wie die Heidecksburg gesehen, bei dem einfach alles passte.


Es beginnt schon mit der super Lage: Vom Berghang schaut man über das ganze Rudolstadt. Ein Blick, wie er schöner nicht sein kann. Dann kam die Führung durch die Räume – einer schöner als der Andere. Als ich schon dachte: „Das war's“, kamen wir in den großen Residenzsaal. Da entfuhr mir unwillkürlich das erste Aaahh! Einfach überwältigend. Als der Chor dann noch „Stumpfen verglühen...“ anstimmte, lief mir ein eiskalter Schauer über den Rücken. Später im Ankleide- und Musikzimmer der Fürstin hatten wir noch einmal die Gelegenheit ein Lied anzustimmen und wieder lief es mir den Rücken herunter. Das „Südwesterlied“ in einem solchen Ramen ist schon etwas besonderes.

Übrigens waren die Grafen dort sehr Einfallsreich und Schlau. So beschloß einer der Grafen, daß jeder Besucher der Stadt Steine mitzubringen hatte. So pflasterte man die ganzen Straßen und baute auch die Stadtmauer auf.

Danach ging es zum Rathaus. Dort empfing uns der Bürgermeister. Auch dort war die Akkustik einfach genial. Die dort gesungenen Lieder „Land der strahlend hellen Sonne“, „Shosholoza“ und „Morokeni“, von unseren 14 Sängern dargeboten, erklangen mit der Kraft eines ausgewachsenen Wagnerchores. Schnell leerten sich die Büros des Rathauses, denn diesen Genuss wollte keiner missen. Dörte und ihre Sänger: „Ihr wart klasse!“

Danach machte der Chor einen kleinen Rundgang über den Markt, wo der Chor ebenfalls noch ein paar Lieder zum Besten gab. Gestärkt mit einer „Original Thüringer Bratwurst vom Besten“ (O-Ton Bernd, der Reiseleiter, Schlag), welche unsere Freunde des Otto-Hartung-Chores spendierten, schlenderten wir vom Markt zum Schiller-Haus und dann zum Theater, in dem Goethe Schillers Räuber inszenierte (Schiller saß selbst unter den Zuschauern und war begeistert), zurück zum Bus, denn wir mußten ja weiter! Die Feengrotten warteten. Auch das war wieder ein Genuss der besonderen Art. Ich kann den optischen Eindruck nicht mit Worten beschreiben und hoffe, dass die „Redaktion“ hier ein Bild einfügt.




...Ich war überwältigt. Natürlich wurde in der Grotte auch ein Lied zum Besten gegeben. Alle Gruppen in der Höhle waren begeistert. Für mich kam der musikalische Höhepunkt des Tages bei einer anderen Gelegenheit: Wir gingen im Gänsemarsch, weit auseinander gezogen, durch einen engen, 186 Meter langen Verbindungsgang, als plötzlich von hinten erst ganz leise, dann sich steigernd Musik an mein Ohr klang. Morokeni und Shosholoza. Da lief es mir eiskalt den Rücken hinunter. Danke ihr Männer für diese Einlage.

So, jetzt ist es halb fünf. Ich mache noch einen kleinen Spaziergang, denn ich freue mich schon auf das Konzert heute Abend.
(Gerd Link)

...nach 18 Uhr


...einfach Klasse, die Anlage der Landessportschule von Bad Blankenburg! … Und erst die Zimmer! Solchermaßen beflügelt schwirrten die Sangesbrüder aus und machten ordentlich Reklame für das Konzert am Mittwoch, 23.5!
Das Interesse am Chor verpflichtete uns zu einer kleinen musikalischen Kostprobe, wodurch die Lust auf mehr im Publikum erweckt wurde. Aber wir sind nicht die einzigen Exoten in diesem Hotel: Plötzlich tauchte ein Dudelsackspieler auf und erfreute uns mit einigen Darbietungen. Als Begründung, warum er dieses Insturement denn mit sich führe, erwiderte er, daß er zu Hause nicht üben dürfe ...
(Irene Schier)

23. Mai 2012

Rotes Käppchen feiert Hochzeitstag

Dann ging es weiter... ROTKÄPPCHEN-SEKTKELLEREI!
Nachdem uns Bernd (der Fahrer, der zum Glück die ganze Zeit wirklich vorne im Bus anzutreffen war) eine interessante Rundreise und wissenschaftliche Dokumentation der in Thüringen eigenen Straßenfühung gab - Sie glauben ja gar nicht, wie es die Thüringer eigen haben, ihre Besucher aufgrund angeblich gesperrter Straßen und Umleitungen durch ihre Landschaft zu führen- glücklich, durchgeschüttelt und kurvenerfahren zur berühmten Sektkellerrei geschifft hatte, bekamen wir einen recht interessanten Eindruck, wie denn Sekt überhaupt entsteht und 'gebotteled' wird.
Die Farbik Rotkäppchen entstand schon 1856. Damals haben zwei Brüder Trauben von über 10.000 Hektar Weinanbau genutzt, um ihren Champagner herzustellen. Damals hieß der Sekt noch anders. 1896 wurde ein Copyright-Gesetz erlassen und da zu diesem Zeitpunkt die Flaschen alle mit einer roten Kappe hergestellt wurden, nannte man sich seit dem eben Rot-Käppchen. Die ganze Produktionshalle ist in einen Berg aus Muschelkalk hinein gebaut und gehauen worden. Das Werk besteht aus guten fünf Etagen in und unter der Erde. Sekt muß mindestens 9 Monate lagern, bevor er wirklich schmeckt. (Ok, mir halt nicht).

Im Anschluß an die Führung wurden wir bei einem 'Sekt- und Weintasting' in die Genießkunst selbiger eingeführt. Erst die Fabe bewundern... dann leicht Schwenken und der Nase ihre Genugtuung geben, zuletzt darf der Gaumen benetzt werden. So die offizielle Reihenfolge, welche mancher von uns abkürzte und direkt zur Gaumenabteilung vordrang.

Aber das wirklich Tolle war, daß wir alle von unserem Sangesbruder Gerd zusätzlich eingeladen waren. Gerd, der für den Verein anscheinend selbst den Familienfrieden aufs Spiel setzt, hat uns nämlich in Abwesenheit seiner Frau (die wollte lieber mit ihren Freunden feiern) zu seinen 47. Hochzeitststage beköstigt und bewirtet. Bei einer zünftigen Wurstplatte in Verbindung mit Sekt, Wein und Bier ließen wir es uns in den 160 Jahrne alten Gewölben der Kellerei gut gehen. Natürlich gab es diverse Ständchen und ein kleines Wunschkonzert für ihn. Ganz gerührt waren die getrennt Hochzeitstagfeiernden, als wir in den Hallen per Liveschaltung und Telefon seiner Frau einen musikalischen Gruß übermittelten. Drei der mit uns morgen zusammen auftretenden Sangesbrüder, welche uns begleiteten, ließen es sich ebenfalls nicht nehmen, einige einstudierte Liederchen zum Besten zu geben.

Hier die Bilder des Tages: 22-Mai-2012

(Peter B.)

Weimar, Goethe, Schiller und die Sturm und Drang- Zeit

In der Nachbetrachtung hatten wir heute einen relaxten und doch interessanten Tag. Begonnen hat alles mit der ungewöhnlichen Ankündigung, dass wir erst ausschlafen MÜSSEN und somit später auf Tour fahren würden. Natürlich waren alle nach Südwester Manier die Ersten beim Frühstück, welches uns mit einer großen Auswahl überrraschte und bei so manchem die Augen größer waren als der Magen. Die große Auswahl von den uns unbekannten Gerichten mit diesen komischen Vitaminen im Müsli, Quark, Obst, Vollkornbrot und ähnlichen vitamingeladenen Nahrungsmitteln verunsicherte doch so manch einen unter uns. Doch zum Glück gab es auch eine zahlreiche, 'gesunde', Südwester-Like Auswahl von uns bekannten Grundnahrungsmitteln wie Kaffee, Brötchen, Pfannkuchen und vor allem Wurst und Fleisch. Nachdem wir uns langesam nacheinander in die Technik des Kaffee-Zapfens eingeführt hatten (es ist der oberste Knopf! der fünf Auswahlmöglichkeiten an dieser High-Tech-Maschine!) manövierte dann auch so mancher unter uns mit stolz erhobener Brust seine erlegte Beute auf einem Tablett zum Tische.

Pünktlich, wie wir Namibianer ja immer sind, standen wir wartend um kurz vor 10 Uhr (und das ist kein Witz) vor der Tür. Doch wo blieb der Bus? Umsichfragend, Hilfesuchend, Uhrenvergleichend schickten wir hilfesuchende Blicke zu unserem Tourguide Bernd, welcher uns mit seiner Thüringischen, ruhigen Art erklärte, daß hier die Uhren nach denen der 'Sonnenberger' gingen, welche bekanntlicher Weise den Mond nachts mit einer Stange fortschieben, damit es dann auch einmal Tag würde. (Was immer wir daraus gelernt haben?) Doch pünktlich (die Uhren in Thüringen haben anscheinend eine andere Weltzeituhr-Funkverbindung) erschien der Bus und frohen Mutes begannen wir unseren Tag.

Etwas irritierend erschien es, als nun ein weiterer Bernd, also Bernd, der Busfahrer - Bernd, der Tourguide, und nun noch ein weiterer Bernd (er entpupte sich als Sänger des Chores, mit denen wir morgen ein gemeinsames Konzert haben werden), die Moderation übernahm und uns vom Mittelalter beginnend die Geschichte Rudolstadts und seiner Umgebung erklärte. (Hoffentlich schreiben wir morgen keinen Test darüber!)

In Weimar übernahm unsere mittlerweile vom Mittelalter betüdelte Gruppe Gudrun. (Zum Glück kein Bernd Nummer 5). Selbsicher, selber mehr als 10 Jahre in Afrika (Mozambique und Südafrika gelebt), betörte sie uns sehr schnell mit ihrem Wissen und vor allem die Art, wie sie erklärend und schnellen Schittes die Stadt eroberte.

Wußten Sie eigentlich, dass die Stadt eine der Gaustädte (1937) war, daß über 4000 Studenten täglich Wissen in Weimar aufsaugen?, Wieland, Goethe, J.G.Herder, Schiller, J.S. Bach, F. Liszt, L.Cramer, Propius und Paul Klee in ihrer Zeit die Stadt durchzogen und unsicher machten? Oder kennen Sie Herzogin Anna-Amalia, eine Nichte vom Alten Fritz, die Weimar über ein halbes Jahrhundert als geistiges Zentrum Deutschlands aufbaute? Schiller allen Versuchungen, seit es Schokolade gibt, erlag und die "Sturm und Drang-Zeit" durch die Freizügigkeit dieser Jungs dort entstand?

Goethe verdrückte sich zum Beispiel für zwei Jahre nach Italien, ohne seinen Freunden und der Geliebten etwas zu sagen. (Kein netter Zug!) Natürlich waren seine ehemaligen Kumpels dann ziemlich sauer auf ihn und mieden ihn, als er zurückkam. Auch seine Geliebte. Doch dann, so sagt die Legende, ließ er sich von einer hilfesuchenden jungen Dame (Wir Männer sind doch so hilfsbereit....) derart betören, daß der ihr blind verfiel. Leider wollte die Natur es anders und alle seine Kinder und Enkelkinder schafften es nicht, den Namen Goethe fortzusetzen und starben leider viel zu früh ...

Goethe hatte ein 'Garten-' heute Landhaus, auf dem er sich mit seiner Geliebten gerne zurückzog. Dort fanden auch viele konspirative Treffen verschiedenster Freidenker und Revolitionäre statt, so daß ein Spruch Goethes heute gerne immer wieder zitiert wird:

"Jedem, der darin verkehrt,
ward ein hoher Mut beschert..."

Nach dierser aufschlußreichen Führung hatten wir dann noch die Erlaubnis, uns selbständig und frei im Orte zu bewegen, was fast alle SMGV-Terroristen nutzen, um sich näher mit den einheimischen Gebäck- und Getränkspezialitäten bekannt zu machen. 

Schon bald ging es weiter----

Hier die Bilder des Tages:22.Mai.2012
(Peter B.)

22. Mai 2012

Von Blankenburg nach Weimar und Stadtsteinach


Die Pressefrau verabschiedet sich für drei Tage, während der SMGV nach Weimar fährt. Die muss nämlich mal schnell zu ihrem Charity-Verein nach Bayern. „Auf Wiedersehn, bleib nicht so lange fort“, singen die Jungs und Mädels, in Birkenau treffen wir uns dann wieder.
Die schreiben hier auch fleißig weiter, bis ich wieder dabei bin. 

Wobei ich im Zug nach Stadtsteinach völlig vergessen hatte, dass ich nicht mehr mit dem fröhlichen SMGV unterwegs bin. „Sie sind doch erst in der zweiten Station eingestiegen“, erklärt mir der Schaffner, „da hätten sie ja Geld sparen können.“ – „Macht nichts“, antworte ich ihm, „das ging so besser, weil der Bahnhof in Bad Blankenburg gerade umgebaut wird. Ne, eigentlich nicht der Bahnhof, sondern die Straße dahin. Und das Taxi vielleicht keine Abkürzung kennt, sondern mit der Kirche ums Dorf fährt. Und so. Hat mir der Bernd erklärt.“  –„Was meinen sie denn überhaupt?“, fragt mich der Schaffner. – „Ach, denken sie nicht drüber nach“, erkläre ich ihm, „nehmen Sie mich einfach nicht ernst!“ Tut er dann auch nicht. Kluger Mann.

So, und jetzt erholt euch erstmal net so’n bietjie von mir!

Die Allgemeine Zeitung hat übrigens heute unseren Zwischenbericht veröffentlicht:
http://www.az.com.na/gesellschaft/swakopmunder-mnnergesangsverein-auf-deutschland-tournee.148338.php
                                                                              (Konny von Schmettau)

Ochsenwagen und Einbahnstraßen aufm Ohr-Druf


Hach ja, wenn man doch alles so dicke hätte wie gute Laune! Euros zum Beispiel. Wie viel muss man eigentlich an Bargeld so mit sich rumschleppen? Reichen 600 Euro für 3 Tage? Oh weia, rechne das mal in Nam-Dollar um, das sind satte 6000. Also – reicht. Schluss jetzt. Gehört auch gar nicht hier hin.
Da könnte man ja glatt meinen, wir hätten den Tag mit Amarula-, rula-, rula begonnen. Würden wir natürlich niemals tun. Die Gefahr wäre viel zu groß, dass wir uns in der falschen Reihe finden und der Bass spontan zum Tenor wird. Nene, das geht ja jetzt gar nicht.

Also, am Montag sind wir mit BB zusammen. Nicht mit MM’s, sondern BB’s – Doppel-Bernd sozusagen, einer seines Zeichens der neue Busfahrer und der andere unser alt bewährter Sangesbruder und Thüringer Bernd. Bestgelaunt sitzen B&B (hieß das eigentlich nicht Bead & Breakfast?) vor der Windschutzscheibe und ein Gag folgt dem anderen. Sehr aufschlussreich übrigens, dass unser Busfahrer-Bernd uns versichert, dass, falls Fragen bestünden, er während der Fahrt zumeist vorne im Bus zu finden sei. Das hat doch irgendwie etwas Beruhigendes.
Dass er aus der Gegend stammt, wird durch seine Witze klar. „Fragt der Kuhfladen den Trabbi: Was büsnd du? Ich bin ein Auto. Also wirklich, sagt der Kuhfladen, wenn du ein Auto bist, bin ich ne Pizza.“ DDR-Humor eben. Mal was anderes.

Während wir an einer Gruppe von Straußen vorbeifahren – Häh? Waren das jetzt wirklich Strauße, mitten auf einer grünen Wiese? – wasses nich alles jibt in Thüringen ... Also, wo waren wir stehen geblieben? Bei den Straußen. Ne, eigentlich bei B&B, die sich gegenseitig mit Sprüchen übertreffen. Da steigt jetzt nämlich auch noch Stefan ein, unser Tourguide für die Skischanzen, Bob- und Eislaufbahnen und was Oberhof sonst noch so zu bieten hat. Man meint, die Dreie hätten irgend eine Competition laufen, Sprüche betreffend. Wir lernen zum Beispiel, dass hier vor Hundert Jahren oder so die Einbahnstraße erfunden wurde. Der Rennsteig, der über den Thüringer Wald führt, war so eng, dass immer nur ein Ochsenwagengespann dort entlang fahren konnte. So durfte man morgens nur rauf- und nachmittags nur runter fahren. Das hätten wir im Swakop-Rivier mal einführen sollen, na, da hätten wir was zu hören bekommen! Ist ja kein Wunder, dass man da ganz wusselig wird, wenn es Orte wie „Ohr-Druf“ gibt. Da hatte bestimmt die Stasi immer ihr Ohr druf. Wolln wer mal hoffen, dass hier keiner mithört ...

Also, Stefan erklärt uns, dass Oberhof der Nabel der Welt, ne, des Thüringer Waldes ist, auf jeden Einheimischen kommen zwei Gäste. Und das täglich. Wär uns zu voll hier, wir gehen dann doch lieber wieder in unsere Wüste. Obwohl – das Dorf mit Stadtrechten hat mehr Kneipen als Einwohner, das hat ja auch was. Immerhin liegt es im Mittelgebirge in Mitteldeutschland. Ganz schön mittelmäßig, denken wir da so still vor uns hin. Würden wir natürlich niemals aussprechen. Wir doch nicht.

Und weil B&B&A uns so schön aufgeheitert haben, geht das abends in Bad Blankenburg gleich so weiter mit den Sprüchen. Erstmal sind wir sehr beeindruckt von der Landessportschule Thüringen in Bad Blankenburg mit den schicken Zimmern und TV. Das aber nur angeht, wenn man die Schlüsselkarte, also die Karte, die die Zimmer aufschließt, innen wieder reinsteckt, sonst ist da nämlich nix mit Strom. Da muss ein gestandener  Südwester, äh Namibier erst mal drauf kommen, ne.
Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, beim Abendessen. Im Championsclub.  Dürfen wir jetzt „We are the champions“ in unser Repertoire aufnehmen? Ne, lieber nicht, das haben wir nicht geprobt.
Die Herren der Schöpfung verteilen mit übergroßer Freude unsere Reisebroschüren und sicherlich wird das Konzert am Mittwochabend voll werden. Mit Damen vorwiegend. Weil wir ja beim Abendessen noch schnell ein Plakat entwerfen, das wir am nächsten Tag überall aufhängen werden. Und eine Bildschirmpräsentation, die bauen die Pressefritzen unseres Vereins auch noch so schnell nebenbei. Für die Landessportschule Thüringen in Bad Blankenburg. Also eher für deren Rezeption. Oder eigentlich doch für die Gäste dort. Also wirklich, Sie wissen ja wohl, was wir meinen, ne.

Heinz Erhard fällt uns spontan ins Wort – ne, ein, als wir Joel die deutsche Speisekarte erklären, der da sagte (Heinz Erhard, versteht sich, nicht Joel): „Vom alten Fritz weiß man zwar viel, doch leider viel zu wenig. So ist es dann auch kaum bekannt, dass er die Bratkartoffel erfand. Drum heißen sie, das ist kein Witz, Pommes Fritz.“
Unser Sangesbruder Fritz Wagner hätte die bestimmt gerne bestellt, aber der hat uns ja morgens bereits verlassen, weil er viel Wichtigeres zu tun hat, als unsere Tournee zu begleiten. Muss halt Joel die Pommes Fritz essen. Tat er auch. Lekker warn se.

Es gibt so manches in Jerrieland, dessen Bedeutung und Sinn sich uns nicht so wirklich erschließen. Nehmen wir mal Bier. Wenn es in der Flasche kommt, gibt’s Pfand. Wenn es im Glas kommt, gibt’s kein Pfand. Die Kellnerin will auch gar nicht verstehen, dass wir das Glas ohne Pfandrückgabe nicht so gerne wieder hergeben. Nachdem man uns doch erklärt hat, dass es auf alles aus Glas Pfand gibt. Die können sich echt nicht entscheiden, die Jerries.
Dafür werfen sie schon wieder mit Porzellan um sich. Kaum waren wir angekommen, warf uns die Kellnerin ein Tablett mit Gläsern vor die Füße. War das nicht eigentlich ein russischer Brauch? Aber woher wollen die mitten in Thüringen so spontan wissen, wo Namibia liegt. Sicher wollen sie uns einen Gefallen tun. Also, auch heute bringen Scherben wieder Glück. Sollten wir bei uns in Swakop auch mal einführen.

So lassen wir den Abend heiter und gemütlich ausklingen, werfen uns Sprüche um die Ohren,  kommen aus dem Kichern nicht raus und stellen unter anderem fest, dass unser Geiger Analphabet ist – der kann echt nur Noten lesen. Großzügig bekommt man zu später Stunde angeboten: Willst du nen Lift mit meinem Lift? Und nimmt statt der Handtasche ein Glas mit aufs Zimmer.
Aber jetzt werden wir albern. Das lassen wir mal lieber bis morgen. In alter Frische!

(Konny von Schmettau)

Von Northeim nach Blankenburg...

hier die ersten Bilder in von der Fahrt von Northeim nach Bankenburg:
Die nächste Station

Der Brockenaufstieg

Vier hoch, motivierte Swakopmunder, sehr gut eingestimmt und süchtig nach einem Waldspaziergang, packten kurzerhand ihre Siebensachen und folgten dem idyllischen Pfad entlang der Ilse, den Heinrich Heine nicht besser hätte beschreiben können. Hier trifft sich Maus und Fuchs zu einem Stelldichein, es kreuzen Hänsel, Gretel und der Wolf des Weges. Einige Schluck kühles Isewasser munterte die Jungs aus bis die Mittelhöhe erreicht wurde. Als dann ging es steil bergauf, Mountainbiker überholten uns, ein drahtiger Jogger flitzte vorbei (den wir übrigens wiedertrafen als wir fast dreiviertel oben waren, selbiger war jedoch schon auf seiner eigenen Abfahrt).
Dann trennte sich die Gruppe. Rüdiger verschwand hinter einem Waldstück. Er wollte oben als erster Freunde aus Berlin und Leipzig treffen. Bei unserer zurück gebliebenen Wandergruppe wedelte uns Jochen's umgebundene Jacke im Wind. Gerd und ich stiegen still und einsam die kommenden, vom Militär gelegten Betonplatten hinauf. Sie sahen aus, als wären diese schon in den dreißiger Jahren gelegt worden.
Plötzlich ertönte ein fremdes Tuten und Blasen: Die Brocken-bahn passierte unseren Weg und der Gipfel, bestückt mit einem Fernsehturm, einem Wetteramt und anderen hohen Gebäuden erstrahlte aus den schattigen Baumwipfeln in hellem Sonnenschein. Oben angekommen überschattete das Antreffen des Zuges unsere Schmerzen in den Waden. Wir hatten es geschafft. Wir haben denn Aufstieg in nur 165 Minuten geschafft!!
(Herbert Schier)