25. Mai 2012

Der letzte Tag in Thüringen


Der letzte Tag in Thüringen unter Bernd Schlags kompetenter Führung.

Erster Programmpunkt – eine echte Bergbahn. Über knapp 1,5 km ziehen sich zwei auf beiden Schienen laufende Wagons – gekoppelt durch ein starkes Stahlseil gegenseitig in die Höhe. Für die Techniker unter uns ein Leckerbissen. Gerd Link ließ es sich nehmen im Zuge einer Frühsport-Aktion der Bahn auf der 25%-gen Steigung den Kampf an zu sagen. Dabei mußte er sich im Sprint bergauf jedoch knapp geschlagen geben. An der Bergbahn verabschiedeten wir uns von den extra aus Berlin angereisten Köhlers, die abschließend unsere Reisekasse noch mit einer großzügigen Spende aufgebessert haben. 




Bernd führte uns dann entlang des Rennsteigwegs in den Höhen des Thüringer Waldes zu einer Glasbläserei: GREINER. Die Feinheiten dieses Jahrhunderte alten Handwerks wurden uns hautnah demonstriert. Nebenher lief ein Informationsfilm, gefühlvoll untermalt mit Volkslieder aus der Region. Danach war Shopping angesagt. Nicht nur die Damen erstanden in dem Geschäft nebenan kleine Kostbarkeiten aus Glas als Mitbringsel.



Nun ging es ins malerische Saaletal hinab, mit seinen vielen Stauseen und Wasserkraftanlagen. Bei Ziegenrück konnten wir im Wasserkraftmuseum die Geschichte der technischen Entwicklung dieser wichtigen und Umweltfreundlichen Energieproduktionsart bewundern. Eindrucksvoll waren auch der „Hochspannungsraum“. Dort wurden zu Demonstrationszwecken die verschiedensten Blitze und Knalleffekte und höchster Voltzahl generiert. 




Bei soviel Wasser durfte ein kleiner Ausflug per Fähre nicht fehlen. Die Gegend muß ein Paradies für Wassersportler sein. Als I-Tüpfelchen des Tages lud uns Bernd Abends in „seine“ Gastwirtschaft „Hopfengarten“ zu deftigen Rouladen, Rotkohl und Kartoffelklößen ein. 



Ein schöner Tag endete im Champions-Club, der komfortablen Sportschule Bad Blankenburg. Dort verabschiedeten wir uns von unserem Sangesbruder Gerd Link, der die Tour vorbildlich vorbereitet und organisiert hat, mit einem kleinen Dankeschön.

(RM)
Hier das Album unseres 'Bernd's Überraschungstages:
Der Überraschungstag

24. Mai 2012

Konzert in Bad Blankenburg

Es war ein „richtig runder Hörgenuss.“ Das Singen im Saal liegt unseren Wüsten-Barden offensichtlich mehr als das Singen draußen in freier Natur.
Das von Dörte auf- und umgestellte Programm kam prima an. Das Publikum hörte ernsthaft und aufmerksam zu. Unsere Gastgeber, der Otto-Hartung Chor, wurde ebenso wohlwollend aufgenommen. Dies lag nicht nur daran, dass sie hier „Heimvorteil“ hatten. Die Jungs waren wirklich gut. Anschließend tanzten wir noch ein bisschen. Leider gab es nicht genügend Damen. Also fand die fröhliche Stimmung ihre Fortsetzung im anliegenden Champions-Pub.
(Irene Schier)

Das war wieder mal so ein Tag auf unserer Tour, den wir so schnell nicht vergessen werden. Ein Tag voller OOHHS und AAHS und noch viel mehr. Aber von lasst mich von vorne berichten:

Nach einem reichhaltigen Früstück - das Buffet im Landesporthotel Bad Blankenburg ist wirklich erste Sahne - startete unser Bus zur ersten Etappe um 9:10 Uhr nach Rudolstadt. Schlösser habe ich ja schon viele gesehen und ich bin immer wieder von dem Glanz und Pomp, den die früheren Herrscher betrieben haben, beeindruckt. Aber selten habe ich ein Schloss wie die Heidecksburg gesehen, bei dem einfach alles passte.


Es beginnt schon mit der super Lage: Vom Berghang schaut man über das ganze Rudolstadt. Ein Blick, wie er schöner nicht sein kann. Dann kam die Führung durch die Räume – einer schöner als der Andere. Als ich schon dachte: „Das war's“, kamen wir in den großen Residenzsaal. Da entfuhr mir unwillkürlich das erste Aaahh! Einfach überwältigend. Als der Chor dann noch „Stumpfen verglühen...“ anstimmte, lief mir ein eiskalter Schauer über den Rücken. Später im Ankleide- und Musikzimmer der Fürstin hatten wir noch einmal die Gelegenheit ein Lied anzustimmen und wieder lief es mir den Rücken herunter. Das „Südwesterlied“ in einem solchen Ramen ist schon etwas besonderes.

Übrigens waren die Grafen dort sehr Einfallsreich und Schlau. So beschloß einer der Grafen, daß jeder Besucher der Stadt Steine mitzubringen hatte. So pflasterte man die ganzen Straßen und baute auch die Stadtmauer auf.

Danach ging es zum Rathaus. Dort empfing uns der Bürgermeister. Auch dort war die Akkustik einfach genial. Die dort gesungenen Lieder „Land der strahlend hellen Sonne“, „Shosholoza“ und „Morokeni“, von unseren 14 Sängern dargeboten, erklangen mit der Kraft eines ausgewachsenen Wagnerchores. Schnell leerten sich die Büros des Rathauses, denn diesen Genuss wollte keiner missen. Dörte und ihre Sänger: „Ihr wart klasse!“

Danach machte der Chor einen kleinen Rundgang über den Markt, wo der Chor ebenfalls noch ein paar Lieder zum Besten gab. Gestärkt mit einer „Original Thüringer Bratwurst vom Besten“ (O-Ton Bernd, der Reiseleiter, Schlag), welche unsere Freunde des Otto-Hartung-Chores spendierten, schlenderten wir vom Markt zum Schiller-Haus und dann zum Theater, in dem Goethe Schillers Räuber inszenierte (Schiller saß selbst unter den Zuschauern und war begeistert), zurück zum Bus, denn wir mußten ja weiter! Die Feengrotten warteten. Auch das war wieder ein Genuss der besonderen Art. Ich kann den optischen Eindruck nicht mit Worten beschreiben und hoffe, dass die „Redaktion“ hier ein Bild einfügt.




...Ich war überwältigt. Natürlich wurde in der Grotte auch ein Lied zum Besten gegeben. Alle Gruppen in der Höhle waren begeistert. Für mich kam der musikalische Höhepunkt des Tages bei einer anderen Gelegenheit: Wir gingen im Gänsemarsch, weit auseinander gezogen, durch einen engen, 186 Meter langen Verbindungsgang, als plötzlich von hinten erst ganz leise, dann sich steigernd Musik an mein Ohr klang. Morokeni und Shosholoza. Da lief es mir eiskalt den Rücken hinunter. Danke ihr Männer für diese Einlage.

So, jetzt ist es halb fünf. Ich mache noch einen kleinen Spaziergang, denn ich freue mich schon auf das Konzert heute Abend.
(Gerd Link)

...nach 18 Uhr


...einfach Klasse, die Anlage der Landessportschule von Bad Blankenburg! … Und erst die Zimmer! Solchermaßen beflügelt schwirrten die Sangesbrüder aus und machten ordentlich Reklame für das Konzert am Mittwoch, 23.5!
Das Interesse am Chor verpflichtete uns zu einer kleinen musikalischen Kostprobe, wodurch die Lust auf mehr im Publikum erweckt wurde. Aber wir sind nicht die einzigen Exoten in diesem Hotel: Plötzlich tauchte ein Dudelsackspieler auf und erfreute uns mit einigen Darbietungen. Als Begründung, warum er dieses Insturement denn mit sich führe, erwiderte er, daß er zu Hause nicht üben dürfe ...
(Irene Schier)

23. Mai 2012

Rotes Käppchen feiert Hochzeitstag

Dann ging es weiter... ROTKÄPPCHEN-SEKTKELLEREI!
Nachdem uns Bernd (der Fahrer, der zum Glück die ganze Zeit wirklich vorne im Bus anzutreffen war) eine interessante Rundreise und wissenschaftliche Dokumentation der in Thüringen eigenen Straßenfühung gab - Sie glauben ja gar nicht, wie es die Thüringer eigen haben, ihre Besucher aufgrund angeblich gesperrter Straßen und Umleitungen durch ihre Landschaft zu führen- glücklich, durchgeschüttelt und kurvenerfahren zur berühmten Sektkellerrei geschifft hatte, bekamen wir einen recht interessanten Eindruck, wie denn Sekt überhaupt entsteht und 'gebotteled' wird.
Die Farbik Rotkäppchen entstand schon 1856. Damals haben zwei Brüder Trauben von über 10.000 Hektar Weinanbau genutzt, um ihren Champagner herzustellen. Damals hieß der Sekt noch anders. 1896 wurde ein Copyright-Gesetz erlassen und da zu diesem Zeitpunkt die Flaschen alle mit einer roten Kappe hergestellt wurden, nannte man sich seit dem eben Rot-Käppchen. Die ganze Produktionshalle ist in einen Berg aus Muschelkalk hinein gebaut und gehauen worden. Das Werk besteht aus guten fünf Etagen in und unter der Erde. Sekt muß mindestens 9 Monate lagern, bevor er wirklich schmeckt. (Ok, mir halt nicht).

Im Anschluß an die Führung wurden wir bei einem 'Sekt- und Weintasting' in die Genießkunst selbiger eingeführt. Erst die Fabe bewundern... dann leicht Schwenken und der Nase ihre Genugtuung geben, zuletzt darf der Gaumen benetzt werden. So die offizielle Reihenfolge, welche mancher von uns abkürzte und direkt zur Gaumenabteilung vordrang.

Aber das wirklich Tolle war, daß wir alle von unserem Sangesbruder Gerd zusätzlich eingeladen waren. Gerd, der für den Verein anscheinend selbst den Familienfrieden aufs Spiel setzt, hat uns nämlich in Abwesenheit seiner Frau (die wollte lieber mit ihren Freunden feiern) zu seinen 47. Hochzeitststage beköstigt und bewirtet. Bei einer zünftigen Wurstplatte in Verbindung mit Sekt, Wein und Bier ließen wir es uns in den 160 Jahrne alten Gewölben der Kellerei gut gehen. Natürlich gab es diverse Ständchen und ein kleines Wunschkonzert für ihn. Ganz gerührt waren die getrennt Hochzeitstagfeiernden, als wir in den Hallen per Liveschaltung und Telefon seiner Frau einen musikalischen Gruß übermittelten. Drei der mit uns morgen zusammen auftretenden Sangesbrüder, welche uns begleiteten, ließen es sich ebenfalls nicht nehmen, einige einstudierte Liederchen zum Besten zu geben.

Hier die Bilder des Tages: 22-Mai-2012

(Peter B.)

Weimar, Goethe, Schiller und die Sturm und Drang- Zeit

In der Nachbetrachtung hatten wir heute einen relaxten und doch interessanten Tag. Begonnen hat alles mit der ungewöhnlichen Ankündigung, dass wir erst ausschlafen MÜSSEN und somit später auf Tour fahren würden. Natürlich waren alle nach Südwester Manier die Ersten beim Frühstück, welches uns mit einer großen Auswahl überrraschte und bei so manchem die Augen größer waren als der Magen. Die große Auswahl von den uns unbekannten Gerichten mit diesen komischen Vitaminen im Müsli, Quark, Obst, Vollkornbrot und ähnlichen vitamingeladenen Nahrungsmitteln verunsicherte doch so manch einen unter uns. Doch zum Glück gab es auch eine zahlreiche, 'gesunde', Südwester-Like Auswahl von uns bekannten Grundnahrungsmitteln wie Kaffee, Brötchen, Pfannkuchen und vor allem Wurst und Fleisch. Nachdem wir uns langesam nacheinander in die Technik des Kaffee-Zapfens eingeführt hatten (es ist der oberste Knopf! der fünf Auswahlmöglichkeiten an dieser High-Tech-Maschine!) manövierte dann auch so mancher unter uns mit stolz erhobener Brust seine erlegte Beute auf einem Tablett zum Tische.

Pünktlich, wie wir Namibianer ja immer sind, standen wir wartend um kurz vor 10 Uhr (und das ist kein Witz) vor der Tür. Doch wo blieb der Bus? Umsichfragend, Hilfesuchend, Uhrenvergleichend schickten wir hilfesuchende Blicke zu unserem Tourguide Bernd, welcher uns mit seiner Thüringischen, ruhigen Art erklärte, daß hier die Uhren nach denen der 'Sonnenberger' gingen, welche bekanntlicher Weise den Mond nachts mit einer Stange fortschieben, damit es dann auch einmal Tag würde. (Was immer wir daraus gelernt haben?) Doch pünktlich (die Uhren in Thüringen haben anscheinend eine andere Weltzeituhr-Funkverbindung) erschien der Bus und frohen Mutes begannen wir unseren Tag.

Etwas irritierend erschien es, als nun ein weiterer Bernd, also Bernd, der Busfahrer - Bernd, der Tourguide, und nun noch ein weiterer Bernd (er entpupte sich als Sänger des Chores, mit denen wir morgen ein gemeinsames Konzert haben werden), die Moderation übernahm und uns vom Mittelalter beginnend die Geschichte Rudolstadts und seiner Umgebung erklärte. (Hoffentlich schreiben wir morgen keinen Test darüber!)

In Weimar übernahm unsere mittlerweile vom Mittelalter betüdelte Gruppe Gudrun. (Zum Glück kein Bernd Nummer 5). Selbsicher, selber mehr als 10 Jahre in Afrika (Mozambique und Südafrika gelebt), betörte sie uns sehr schnell mit ihrem Wissen und vor allem die Art, wie sie erklärend und schnellen Schittes die Stadt eroberte.

Wußten Sie eigentlich, dass die Stadt eine der Gaustädte (1937) war, daß über 4000 Studenten täglich Wissen in Weimar aufsaugen?, Wieland, Goethe, J.G.Herder, Schiller, J.S. Bach, F. Liszt, L.Cramer, Propius und Paul Klee in ihrer Zeit die Stadt durchzogen und unsicher machten? Oder kennen Sie Herzogin Anna-Amalia, eine Nichte vom Alten Fritz, die Weimar über ein halbes Jahrhundert als geistiges Zentrum Deutschlands aufbaute? Schiller allen Versuchungen, seit es Schokolade gibt, erlag und die "Sturm und Drang-Zeit" durch die Freizügigkeit dieser Jungs dort entstand?

Goethe verdrückte sich zum Beispiel für zwei Jahre nach Italien, ohne seinen Freunden und der Geliebten etwas zu sagen. (Kein netter Zug!) Natürlich waren seine ehemaligen Kumpels dann ziemlich sauer auf ihn und mieden ihn, als er zurückkam. Auch seine Geliebte. Doch dann, so sagt die Legende, ließ er sich von einer hilfesuchenden jungen Dame (Wir Männer sind doch so hilfsbereit....) derart betören, daß der ihr blind verfiel. Leider wollte die Natur es anders und alle seine Kinder und Enkelkinder schafften es nicht, den Namen Goethe fortzusetzen und starben leider viel zu früh ...

Goethe hatte ein 'Garten-' heute Landhaus, auf dem er sich mit seiner Geliebten gerne zurückzog. Dort fanden auch viele konspirative Treffen verschiedenster Freidenker und Revolitionäre statt, so daß ein Spruch Goethes heute gerne immer wieder zitiert wird:

"Jedem, der darin verkehrt,
ward ein hoher Mut beschert..."

Nach dierser aufschlußreichen Führung hatten wir dann noch die Erlaubnis, uns selbständig und frei im Orte zu bewegen, was fast alle SMGV-Terroristen nutzen, um sich näher mit den einheimischen Gebäck- und Getränkspezialitäten bekannt zu machen. 

Schon bald ging es weiter----

Hier die Bilder des Tages:22.Mai.2012
(Peter B.)

22. Mai 2012

Von Blankenburg nach Weimar und Stadtsteinach


Die Pressefrau verabschiedet sich für drei Tage, während der SMGV nach Weimar fährt. Die muss nämlich mal schnell zu ihrem Charity-Verein nach Bayern. „Auf Wiedersehn, bleib nicht so lange fort“, singen die Jungs und Mädels, in Birkenau treffen wir uns dann wieder.
Die schreiben hier auch fleißig weiter, bis ich wieder dabei bin. 

Wobei ich im Zug nach Stadtsteinach völlig vergessen hatte, dass ich nicht mehr mit dem fröhlichen SMGV unterwegs bin. „Sie sind doch erst in der zweiten Station eingestiegen“, erklärt mir der Schaffner, „da hätten sie ja Geld sparen können.“ – „Macht nichts“, antworte ich ihm, „das ging so besser, weil der Bahnhof in Bad Blankenburg gerade umgebaut wird. Ne, eigentlich nicht der Bahnhof, sondern die Straße dahin. Und das Taxi vielleicht keine Abkürzung kennt, sondern mit der Kirche ums Dorf fährt. Und so. Hat mir der Bernd erklärt.“  –„Was meinen sie denn überhaupt?“, fragt mich der Schaffner. – „Ach, denken sie nicht drüber nach“, erkläre ich ihm, „nehmen Sie mich einfach nicht ernst!“ Tut er dann auch nicht. Kluger Mann.

So, und jetzt erholt euch erstmal net so’n bietjie von mir!

Die Allgemeine Zeitung hat übrigens heute unseren Zwischenbericht veröffentlicht:
http://www.az.com.na/gesellschaft/swakopmunder-mnnergesangsverein-auf-deutschland-tournee.148338.php
                                                                              (Konny von Schmettau)

Ochsenwagen und Einbahnstraßen aufm Ohr-Druf


Hach ja, wenn man doch alles so dicke hätte wie gute Laune! Euros zum Beispiel. Wie viel muss man eigentlich an Bargeld so mit sich rumschleppen? Reichen 600 Euro für 3 Tage? Oh weia, rechne das mal in Nam-Dollar um, das sind satte 6000. Also – reicht. Schluss jetzt. Gehört auch gar nicht hier hin.
Da könnte man ja glatt meinen, wir hätten den Tag mit Amarula-, rula-, rula begonnen. Würden wir natürlich niemals tun. Die Gefahr wäre viel zu groß, dass wir uns in der falschen Reihe finden und der Bass spontan zum Tenor wird. Nene, das geht ja jetzt gar nicht.

Also, am Montag sind wir mit BB zusammen. Nicht mit MM’s, sondern BB’s – Doppel-Bernd sozusagen, einer seines Zeichens der neue Busfahrer und der andere unser alt bewährter Sangesbruder und Thüringer Bernd. Bestgelaunt sitzen B&B (hieß das eigentlich nicht Bead & Breakfast?) vor der Windschutzscheibe und ein Gag folgt dem anderen. Sehr aufschlussreich übrigens, dass unser Busfahrer-Bernd uns versichert, dass, falls Fragen bestünden, er während der Fahrt zumeist vorne im Bus zu finden sei. Das hat doch irgendwie etwas Beruhigendes.
Dass er aus der Gegend stammt, wird durch seine Witze klar. „Fragt der Kuhfladen den Trabbi: Was büsnd du? Ich bin ein Auto. Also wirklich, sagt der Kuhfladen, wenn du ein Auto bist, bin ich ne Pizza.“ DDR-Humor eben. Mal was anderes.

Während wir an einer Gruppe von Straußen vorbeifahren – Häh? Waren das jetzt wirklich Strauße, mitten auf einer grünen Wiese? – wasses nich alles jibt in Thüringen ... Also, wo waren wir stehen geblieben? Bei den Straußen. Ne, eigentlich bei B&B, die sich gegenseitig mit Sprüchen übertreffen. Da steigt jetzt nämlich auch noch Stefan ein, unser Tourguide für die Skischanzen, Bob- und Eislaufbahnen und was Oberhof sonst noch so zu bieten hat. Man meint, die Dreie hätten irgend eine Competition laufen, Sprüche betreffend. Wir lernen zum Beispiel, dass hier vor Hundert Jahren oder so die Einbahnstraße erfunden wurde. Der Rennsteig, der über den Thüringer Wald führt, war so eng, dass immer nur ein Ochsenwagengespann dort entlang fahren konnte. So durfte man morgens nur rauf- und nachmittags nur runter fahren. Das hätten wir im Swakop-Rivier mal einführen sollen, na, da hätten wir was zu hören bekommen! Ist ja kein Wunder, dass man da ganz wusselig wird, wenn es Orte wie „Ohr-Druf“ gibt. Da hatte bestimmt die Stasi immer ihr Ohr druf. Wolln wer mal hoffen, dass hier keiner mithört ...

Also, Stefan erklärt uns, dass Oberhof der Nabel der Welt, ne, des Thüringer Waldes ist, auf jeden Einheimischen kommen zwei Gäste. Und das täglich. Wär uns zu voll hier, wir gehen dann doch lieber wieder in unsere Wüste. Obwohl – das Dorf mit Stadtrechten hat mehr Kneipen als Einwohner, das hat ja auch was. Immerhin liegt es im Mittelgebirge in Mitteldeutschland. Ganz schön mittelmäßig, denken wir da so still vor uns hin. Würden wir natürlich niemals aussprechen. Wir doch nicht.

Und weil B&B&A uns so schön aufgeheitert haben, geht das abends in Bad Blankenburg gleich so weiter mit den Sprüchen. Erstmal sind wir sehr beeindruckt von der Landessportschule Thüringen in Bad Blankenburg mit den schicken Zimmern und TV. Das aber nur angeht, wenn man die Schlüsselkarte, also die Karte, die die Zimmer aufschließt, innen wieder reinsteckt, sonst ist da nämlich nix mit Strom. Da muss ein gestandener  Südwester, äh Namibier erst mal drauf kommen, ne.
Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, beim Abendessen. Im Championsclub.  Dürfen wir jetzt „We are the champions“ in unser Repertoire aufnehmen? Ne, lieber nicht, das haben wir nicht geprobt.
Die Herren der Schöpfung verteilen mit übergroßer Freude unsere Reisebroschüren und sicherlich wird das Konzert am Mittwochabend voll werden. Mit Damen vorwiegend. Weil wir ja beim Abendessen noch schnell ein Plakat entwerfen, das wir am nächsten Tag überall aufhängen werden. Und eine Bildschirmpräsentation, die bauen die Pressefritzen unseres Vereins auch noch so schnell nebenbei. Für die Landessportschule Thüringen in Bad Blankenburg. Also eher für deren Rezeption. Oder eigentlich doch für die Gäste dort. Also wirklich, Sie wissen ja wohl, was wir meinen, ne.

Heinz Erhard fällt uns spontan ins Wort – ne, ein, als wir Joel die deutsche Speisekarte erklären, der da sagte (Heinz Erhard, versteht sich, nicht Joel): „Vom alten Fritz weiß man zwar viel, doch leider viel zu wenig. So ist es dann auch kaum bekannt, dass er die Bratkartoffel erfand. Drum heißen sie, das ist kein Witz, Pommes Fritz.“
Unser Sangesbruder Fritz Wagner hätte die bestimmt gerne bestellt, aber der hat uns ja morgens bereits verlassen, weil er viel Wichtigeres zu tun hat, als unsere Tournee zu begleiten. Muss halt Joel die Pommes Fritz essen. Tat er auch. Lekker warn se.

Es gibt so manches in Jerrieland, dessen Bedeutung und Sinn sich uns nicht so wirklich erschließen. Nehmen wir mal Bier. Wenn es in der Flasche kommt, gibt’s Pfand. Wenn es im Glas kommt, gibt’s kein Pfand. Die Kellnerin will auch gar nicht verstehen, dass wir das Glas ohne Pfandrückgabe nicht so gerne wieder hergeben. Nachdem man uns doch erklärt hat, dass es auf alles aus Glas Pfand gibt. Die können sich echt nicht entscheiden, die Jerries.
Dafür werfen sie schon wieder mit Porzellan um sich. Kaum waren wir angekommen, warf uns die Kellnerin ein Tablett mit Gläsern vor die Füße. War das nicht eigentlich ein russischer Brauch? Aber woher wollen die mitten in Thüringen so spontan wissen, wo Namibia liegt. Sicher wollen sie uns einen Gefallen tun. Also, auch heute bringen Scherben wieder Glück. Sollten wir bei uns in Swakop auch mal einführen.

So lassen wir den Abend heiter und gemütlich ausklingen, werfen uns Sprüche um die Ohren,  kommen aus dem Kichern nicht raus und stellen unter anderem fest, dass unser Geiger Analphabet ist – der kann echt nur Noten lesen. Großzügig bekommt man zu später Stunde angeboten: Willst du nen Lift mit meinem Lift? Und nimmt statt der Handtasche ein Glas mit aufs Zimmer.
Aber jetzt werden wir albern. Das lassen wir mal lieber bis morgen. In alter Frische!

(Konny von Schmettau)

Von Northeim nach Blankenburg...

hier die ersten Bilder in von der Fahrt von Northeim nach Bankenburg:
Die nächste Station

Der Brockenaufstieg

Vier hoch, motivierte Swakopmunder, sehr gut eingestimmt und süchtig nach einem Waldspaziergang, packten kurzerhand ihre Siebensachen und folgten dem idyllischen Pfad entlang der Ilse, den Heinrich Heine nicht besser hätte beschreiben können. Hier trifft sich Maus und Fuchs zu einem Stelldichein, es kreuzen Hänsel, Gretel und der Wolf des Weges. Einige Schluck kühles Isewasser munterte die Jungs aus bis die Mittelhöhe erreicht wurde. Als dann ging es steil bergauf, Mountainbiker überholten uns, ein drahtiger Jogger flitzte vorbei (den wir übrigens wiedertrafen als wir fast dreiviertel oben waren, selbiger war jedoch schon auf seiner eigenen Abfahrt).
Dann trennte sich die Gruppe. Rüdiger verschwand hinter einem Waldstück. Er wollte oben als erster Freunde aus Berlin und Leipzig treffen. Bei unserer zurück gebliebenen Wandergruppe wedelte uns Jochen's umgebundene Jacke im Wind. Gerd und ich stiegen still und einsam die kommenden, vom Militär gelegten Betonplatten hinauf. Sie sahen aus, als wären diese schon in den dreißiger Jahren gelegt worden.
Plötzlich ertönte ein fremdes Tuten und Blasen: Die Brocken-bahn passierte unseren Weg und der Gipfel, bestückt mit einem Fernsehturm, einem Wetteramt und anderen hohen Gebäuden erstrahlte aus den schattigen Baumwipfeln in hellem Sonnenschein. Oben angekommen überschattete das Antreffen des Zuges unsere Schmerzen in den Waden. Wir hatten es geschafft. Wir haben denn Aufstieg in nur 165 Minuten geschafft!!
(Herbert Schier)

21. Mai 2012

Der Brocken am 20.05.2012


Heute hatten die Stimmen 'frei' und unsere Sänger wurden zu Ausflüglern: Das Ziel war der 1141m hohe Brocken, der sich majestätisch aus dem Harz erhebt. Bei strahlendem Sonnenwetter genossen der Großteil von uns zunächst die Busfahrt durch den Harz -dessen historische Bedeutung der letzten 60 Jahren uns von Günther, dem Bus-Tour-Guide, vermittelt wurde.
In Werningerrode erklommen wir die historische Brockenbahn mit kleinen Wagons und einer richtigen Dampflok vorn dran, die sich mit Tuten, Keuchen und Stampfen und unter beeindruckendem Rauchausstoß ihren Weg durch den Wald hinauf zum Brocken suchte. Die Schaffnerinnen kontrollierten jedes Mal nach einer der drei Stationen die Fahrkarten - und verkauften dabei kleine Schnapsfläschchen, eine weitere Attraktion dieser malerischen Gegend!!

4 unserer kräftigsten Jungs zogen die Socken hoch und machten sich auf den 3-stündigen Aufstig – getreu dem Motto: „Das Wandern ist der Müllers Lust...“

Auf dem Brocken angekommen erläuterte uns unser Sangesbruder Fritz Wagner alles Wissens- und Sehenswertes dieser ehemaligen sowjetischen Spionagestation - die ab zu bauen er ab 1991 den Regierungsauftrag hatte, unterstützt bei diesem Auftrag wurde er von einem weiteren Ingenieur, der ihn auch heute begleitete und sich die Zeit genommen und die Mühe gemacht hatte, uns weitere wichtige Dinge zu diesem Thema zu berichten! Aber nicht nut politisches gibt es von dort zu berichten, auch einige berühmte Dichter wie Goethe oder Heine, erklommen diesen Berg und ließen sich von der grandiosen Aussicht dichterisch inspirieren. Goethe verarbeitete so zum Beispiel die Walpurgisnacht-Sage, die sich auf dem Brocken ereignet haben soll, in seinem... Faust...
1: Unser Brockenausflug war „umstrahlt von der Sonne hell leuchtendem Licht-“ was laut Fritz nur an statistischen 5 Tagen des Jahres der Fall sein soll...
2: Zurück in Northeim, im Hotel 'zum Leineturm', erwartete uns eine phantastische Darbietung des dortigen Bläserorchesters und Last-But-Not-Means-Least:
3. Ein köstliches Spargelessen, zubereitet von der Hotelküche und spendiert von Sangesbruder Ulli Harms!!!!

Danke für einen weiteren Erlebnistag auf unserer Tour.
(Irene Schier)

Werbe-Träger, Pauken und Trompeten


Um sechs Uhr morgens war die Nacht vorbei, mit müden Augen saßen die mutigen Bezwinger deutscher Berge am Frühstückstisch, zum Singen war noch keinem zu Mute. Den berühmten Brocken im Harz galt es zu besteigen, und manche heitere Begebenheit wurde hinter vorgehaltener Hand bekichert. Unser Doktor, urgesund, wie es sich gehört, wollte das frische Wasser des Baches wie just Kneipp genießen, doch ach, Schreck und Graus, die Bachklippen sind rutschig wie bei uns am Beach und so sah der Bach den Doc noch näher als gedacht.
Mit Turbogeschwindigkeit, wurde berichtet, düste einer der Wanderer – die meisten nutzten die schöne Bahn zum Brocken hinauf – im Schweinsgalopp die Steilstrecke hinauf und stellte mal wieder unter Beweis, dass die ou toppies vom Swakop gar nicht so moeg sind, ne.
Aber darüber werden hier im Reiseblock – äh Blog ein paar andere Stimmen berichten.

Die Altstadt von Northeim erkundeten einige, denen der Ausflug zum Brocken und frühes Aufstehen nicht ganz so behagten und erkundeten stattdessen die kleinen Gassen mit ihren uralten Fachwerkhäusern, dem fantasievollen Gebäude des Theatercafés und einer Bulldog-Oldtimer-Ausstellung.
Die Northeimer scheinen uns aber auch etwas unentschlossen, wie man zuweilen an den Straßenschildern erkennen kann. Heißt die nun Holzhäuser- oder Einbahn-Straße?


Gemeinsam gings dann abends zum Hotel und Restaurant Leineturm, das von Martin, dem Bruder unseres Sangesbruders Uli Harms, geleitet wird, mit frischem Spargel aus der Region als Hauptgericht und als Vorspeise einem Ständchen des Posaunenchors Höckelheim: 1 Trompeter, 13 Bläser, 7 Lieder, viele Töne. Marschmusik vom Feinsten, die Jungs müssen wir dringend mal zum Küska einladen.
Der kleine Theo, Nachwuchs des Posaunenchors, machte uns beim Verteilen unserer Reisebroschüren dann auch deutlich, was ein echter Werbe-Träger ist:

Apropos Reisebroschüren: Die hat der Bernd Schröder aus dem hessischen Wetter wunderbar gedruckt, nachdem das Swakopmunder Komitee vier Monate intensiv daran gearbeitet hat, und dieses Gemeinschaftswerk mit unserem Leuchtturm auf dem Titelbild kommt überall ganz wunderbar an. Wir bringen auch so manche für euch mit nach Hause.

Für stete Erheiterung sorgen die klirrenden Kellner des Jerrielandes, die uns an jedem Ort spontan und ungekünstelt Teller, Tassen, Schüssel und Gläser zu Füßen werfen. Das finden wir toll, denn Scherben bringen Glück und Aufkehren müssen wir ja auch nicht.
Für gute Unterhaltung indes sorgen unsere Busfahrer unter Leitung von Günter Göbel, der absolute Prioritäten setzt, wenn es darum geht, im Bus Vergessenes den Reisenden nachzutragen. Eine Jacke mit Cellphone kann man auch morgen noch nachbringen, aber der Amarula, - rula-, rula kommt binnen einer halben Stunde nach. Der Mann ist gut, den müssen wir mal nach Swakop einladen, damit der den Geschmack von Amarula und Hansa Draught in unserer Wüste testen kann.

Bisher hat Gerd die Tour spitzenmäßig organisiert, nun kommt unser Ossi – nein, Thüringer Bernd zum Zuge und stimmt uns auf dem Weg gen Osten gleich auf preußisch anmutende Sparsamkeit ein: „Das sparen wir uns, wir können ja die Katze nicht so hoch schwimmen lassen!“ Gut zu wissen, für was die (Geld-)Katzen hier alles herhalten müssen, steht doch zu vermuten, dass der Spruch aus dem Mittelalter stammt, als die Geldbörse als solche noch nicht existierte und die Taler stattdessen in Lederbeuteln verborgen ruhten, der sogenannten Geldkatze.

Gesättigt und zufrieden steigen alle gemütlich in den Bus, der uns zu nächtlicher Stunde zur Jugendherbere zurück bringen wird, wo wir unsere müden Häupter niederlegen. Doch, wartet mal, da fehlen noch zwei, wo sind denn R. und J.? Und, schau mal, da kommt noch jemand, den hier niemand vermisst hat. Wer ist das denn?
„Die Zimmerchen sind sehr klein“, berichtet einer, der das Hotel der Jugendherberge vorzog. „Ein Dicker kommt da nicht in die Dusche.“. Sich das Bäuchlein haltend, fügt er sinnnend hinzu: „Naja, ich bin vollschlank, dafür aber nicht so breit.“ – „Naja“, antwortet ein Sangesbruder schlicht, „dafür bist du ja auch noch nicht so hoch!“
Dies also das Wort zum Montag, morgen geht’s heiter weiter!
                                                                                                      (Konny von Schmettau)                                                                                


Konzert im Forstamt Hübental


Das Freiluftkonzert stellte gewisse Anforderungen an unsere Truppe, derer sie streckenweise nicht ganz gewachsen schienen. Der Grund für das 'Schwächeln' ist sicherlich der latenten Müdigkeit zuzuschreiben, die sich durch die 'Nachwehen' der gestrigen Afterparty einstellte, der sehr interessanten, fachkundigen Stadtführung durch das mittelalterliche Duderstadt und dem Genuß der hervorragenden Schlachteplatte zuzuschreiben ...

Unseren Männern ist die offensichtlich bewußt geworden – nicht zuletzt durch die wirklich sehr gute Darbietung des MGV Westerrode! Im 2-ten Teil nahmen sie daher dieAufforderung des Lieder 'Shosholoza' und erlangten Note für Note ihre alte Form wieder! Sauber gelöscht wurden dann die hochschlagenden Wogen der Fröhlichkeit durch 'ein kühler, helles Blondes', welches alle Sänger und ihre Frauen im Hofe des Forsthauses genossen.

Das Publikum war wieder sehr aufgeschlossen, interessiert und so herzlich: einfach toll eben!

(I. Schier)

Konzert in Katlenburg

Das Konzertieren mit den beiden gastgebenden Chören, dem Braunschweiger Männerchor und der Singgemeinschaft Katlenburg, war ein voller Erfolg: Die Stimmen unserer 'Trombadeure' erklangen sauber und klar im so liebevoll rustikal hergerichteten Saal, der ehemaligen Reithalle der Katlenburg. Zwischen den Chören entstand ein musikalischer 'Schlagabtausch'- im positiven Sinne-, der Sänger und Publikum gleichermaßen erfreute. Kein Wunder, denn unsere Sänger aus Swakopmund waren motiviert durch die Tage und Ihren Erfolg in Brühl, beschwingt durch eine vergnügliche Anreise im bequemen Reisebus, moralisch aufgebaut durch den überaus herzlichen Empfang und körperlich gestärkt durch verschiedene kulinarische Genüsse im Restaurant der Katlenburg ...

Das Tüpfelchen auf dem i war dann die großzügige Spende von Heinz Krikkis, die eine feucht-fröhliche Afterparty ermöglichte: Mit Polonaise und Tanz! Herrlich: Noch so ein Haus-der-Jugend-Erlebnis.
(Irene Schier)

20. Mai 2012

Sie-der- oder Du-der-stadt?


Man hats nicht leicht, aber leicht hats einen, wurde uns in Duderstadt klar, als wir die Erklärung erhielten, warum die denn so heißt, die Stadt. Zwei Gründer hätten sich gestritten, wie die Stadt zu benennen sei, munkelt man, und sich gegenseitig zugeworfen: Gibt du-der-stadt einen Namen. Wie gut, dass die beiden sich nicht Gesiezt haben ...

Jackie hat Amarula besorgt! Ach, das gehört ja hier gar nicht an, wir müssen erstmal den Tag von Vorne aufrollen.
Aaaalso. Jetzt geht’s los. Ne, stimmt gar nicht, gestern ging das so los, heute ist ja morgen schon gestern.
Der Samstag also, im schönen Duderstadt mit seiner mittelalterlichen Altstadt, die uns völlig vom Hocker riss. Selbst die regelmäßig nach Deutschland reisenden Küstenbewohner haben selten eine noch so gut erhaltene Stadt erlebt, in der Gebäude aus dem 14. Jahrhundert stehen, als seien sie gestern erst erbaut worden. „Die Schaffenskraft und Gläubigkeit der Bürger“, erklärte unser Stadtführer, spiegelt sich in handgeschnitzten Sinnsprüchen wider, die das schöne Fachwerk schmücken. Ein kleine Kostprobe: „Allein ins Leben gehst du. Allein im Grabe ruhst du. Allein vorm Richter stehst du. Sag: Was beginnst du.“, steht auf einem der historischen Gebäude gegenüber der Cyriakus-Kirche und lässt uns nachdenklich weiterziehen.

Die GNA (German-Namibian Association) unter Vorsitz von Thomas Ehbrecht hatte uns eingeladen und gab uns Ortsheimatpfleger Herbert Pfeiffer mit auf den Weg durch die beeindruckende Altstadt, der uns tiefe Einblicke in die Geschichte vermittelte. Die Du-der-städter Leoparden zum Beispiel geben den Bürgern viel zu denken, denn offiziell handelt es sich um die gefleckten Katzen, auf dem Wappen jedoch sind eindeutig zwei Löwen zu sehen. Haben wir natürlich sofort erkannt. Vielleicht, so überlegen wir, hatte der damalige Zeichner einfach noch nie einen waschechten Leoparden gesehen und ihm daher ein Löwenfell verpasst. Oder so. Irgendwie muss das ja zusammenhängen. Aber das lassen wir dann doch lieber die Du-der-städter diskutieren, sonst schicken die uns am Ende noch in die Wüste. Wobei das ja gar nicht so schlecht wäre – mmh, in zehn Tagen schicken wir uns von ganz alleine wieder da hin. Aber bis dahin müsst ihr uns noch aushalten in good old Jerrieland.

Ach so, ja, Du-der-stadt (irgwendwie lässt uns das ja nicht los mit dem geben-sie-der-stadt-einen-namen). Und das schöne Eichsfeld, wie die wunderschöne Gegend hier heißt. Der Name könne von der früheren Vielzahl an Eichen stammen, wurde uns erklärt, aber möglicher Weise auch von Eichen, dem mittelalterlichen Synonym für Wiegen. Spannend betrachten wir die Straßenschilder (alle mit deutschem Namen, fiel uns auch sofort auf) und Plakate. Wir erfahren, dass ein Zirkus in die Stadt kommt, wir das Oldtimer-Treffen um wenige Tage verpasst haben, aber rechtzeitig zum Currywurst-Festival hier sein könnten. Naja, ob man da wirklich was verpasst? Mehr als ein, zwei Currywürste kann man ja kaum auf einmal schaffen, und ob das dann ein ganzes Festival wird?

Das Gasthaus Kellner lenkt uns glücklicher Weise von derlei Gedanken ab, denn die Sparkasse Du-der-stadt hat uns zu einer echten Eichsfelder Schlachtplatte eingeladen! Lekkkker, da hört das Gehirn sofort auf zu rattern, denn natürlich war das mehr eine EINE Platte und nach dem Mahl waren wir mehr als gesättigt. Was macht man denn nun mit den Resten? Die packt man ein, stockt sie auf, erweitert sie um Brot und Cooldrinks, Besteck und Teller – und packt sie in den Reisebus für die morgige (also heutige) Wandertour auf den Brocken. Ein großer Dank an dieser Stelle an die Sparkasse Du-der-stadt – die uns zudem einen Tasche voller roter Schirme spendete, die Herr Wüstefeld unserem Rüdiger überreichte und damit klar macht, dass wir gut beschirmt sind im schönen Eichsfeld!

An grünen Feldern und bunten Blumenwiesen vorbei fuhren wir zum Forsthaus Hübental, wo uns nicht nur die GNA, sondern auch der MGV Westerode herzlich empfing. Mit Gesang und bester Stimmung verflog der sonnige Nachmittag bei afrikanischen Temperaturen wie im Fluge bis hin zum gemeinsamen Abschiedslied der beiden Chöre „Aus der Traube in die Tonne“. Komisch, Trinklieder sind doch immer international, ne, die kennt einfach jeder.

Ein bisschen müde, aber rundum glücklich, traten wie die Heimfahrt nach Northeim an und stellten dabei so manche Überlegung in den Raum, äh Bus, über die Unterschiede unserer Länder, warum eigentlich ein gutes Fahrrad mehr kostet als ein gebrauchtes Auto und ob der Vogel, der da gerade in den Wald hinein schallte – ne, flog – ein Tokko war? Nein, das geht ja jetzt gar nicht, der müsste sich extrem verflogen haben.
„Check die Wand von Wald!“, ruft ein Sangesbruder voller Begeisterung und fügt sinnig hinzu: „Wer jetzt noch sagt, Deutschland ist kak, der muss sein Kopp lesen lassen!“
Finden wir auch. Das war sozusagen das Wort zum Sonntag ...

Ach ja, Jackie hatte Amarula eingekauft, also mussten wir aus reiner Solidarität noch mal zu ihr ins Bierpub. Natürlich nur wegen des Fußballs. Bayern gegen Chelsea wurde geboten, unser Joel traute sich nicht, ganz so laut zu jubeln, stand er doch den Bayern-Fans (geschlossen) gegenüber. „Ein schöner Ball!“ ruft einer aus, den Blick aufs TV gerichtet, und ein anderer fragt spontan: „Wieso? Der sieht doch genauso aus wie die andern Bälle!“ Worauf ein Dritter sinniert, ob der Fuß- nun ein weißer Ball mit schwarzen Streifen- äh Punkten sei oder ein schwarzer Ball mit weißen Punkten? Aber bei dem UEFA-Design kann man sich ja eh auf nichts mehr verlassen, jeder Ball sieht anders aus, kein Wunder, dass die so wenig Tore schießen. Wird man ja ganz wirr im Kopf bei sowas. Und überhaupt sind wir dafür, dass die Bälle doch besser mit Zebrastreifen designed werden sollten, da wüsste man dann wenigstens, dass man vor dem Gegentor nicht stoppen muss.
                                                                                                                     (Konny von Schmettau)

„So ein Tag, so wunderschön wie heute ...“


Was für ein Start in den Tag des 18. Mai mit fünf Stunden Busfahrt! Von Köln am Rhein ging es nach Northeim im Eichsfeld, wo wir in der Jugendherberge bereits vom Bürgermeister empfangen wurden, einem bekennenden Fan von Männergesangvereinen. „Wenn Frauen singen, kann man die so schlecht verstehen“ meinte er lakonisch und outete sich damit als Anti-Frauenversteher.
Frisch gestärkt und gut gelaunt fuhr unser Chor gen Katlenburg, um dort auf der historischen Burg nach einem genüsslichen Mittagsmahl in der ehemaligen Reithalle der Burg ein Drei-Chöre-Konzert zu bestreiten. Aus Braunschweig war der Post-Männergesangverein erschienen und auch der Katlenburger MGV gab an diesem besonderen Abend sein Bestes.
Schnell stellten sich Gastgeber und Besucher auf die aktuellen Termini ein, denn Swapmund klingt nicht so ganz nach unserer Heimatstadt und wir lernten, dass es nicht etwa Katttlenburg, sondern Kaaatlenburg ausgesprochen wird. Was uns ganz logisch erscheint, denn es heißt ja auch nicht afrikannns, sondern afrikaaaans.

Bis in die Abendstunden hinein zeigten wir unseren Gastgebern, wie gut die Swakopmunder feiern können: Andy spielte seine beliebten Weisen, Dörte schwang das Tanzbein mit dem Kaaatlenburger MGV-Vorsitzenden und schließlich mischte sich das gesamt Volk zu einer ausgelassenen Polonäääse. Was wir auch lernten und voller Freude feststellten, war, dass AZ-Kollege Heinz Krikkis aus Kaaatlenburg stammt und just erst vor wenigen Tagen gen Swakopmund gereist ist. Wie es sich für einen Kaatlenburger gehört, spendierte Heinz über seinen einheimischen MGV großzügig eine Menge Biere und wurde in körperlicher Abwesenheit vom MGV Swakopmund freudig besungen und beprostet. Danke, Heinz! Wir revanchieren uns mit einigen eisgekühlten Tafel Lager bei den Mafiosi in Swakop!
Das gemeinsame Abschiedslied des Abends wurde damit schlichtweg zum Programm: „So ein Tag, so wunderschön wie heute .. !“

Doch so gut die offizielle Stimmung auch ist, gibt es doch immer wieder einige Unverbesserliche, die wissen, wie wichtig es ist, sich unters Volk zu mischen und selbigem aufs Maul zu schauen – mit Verlaub, das darf man hier schreiben, handelt es sich doch um ein historisches Zitat.
Prompt erhielten wir von den Einheimischen DEN Geheimtipp für die beliebteste Northeimer Bar, nämlich „Jackies Bierpub“ in der historischen Innenstadt. Kaum traten wir ein, war uns klar: Das ist der Northeimer Bacchus! Jackies brillante Laune war so ansteckend, dass wir ihr bis in die frühen Morgenstunden Gesellschaft leisten mussten und feststellten, dass Baily’s einfach nicht an unseren Amarula herankommt („Amarula, rula, rula...“).Hier ist die Wegbeschreibung: Jakkie's Bierpub
So ganz nebenbei stellten wir fest, dass unser jüngster Sangesbruder Joel Namubuli ein waschechter Swakopmunder ist. Entsprechend muss er nun natürlich Deutsch lernen, und damit ihm das nicht zu langweilig wird, lernen wir von ihm Oshivambo. Das deutsche Zauberwort studierten wir als Erstes ein: „Ruck Zuck“. In Oshivambo heißt das „endelela“ und fortan wird jedem, der zögerlich ist, ein schwungvolles „endelela!“ nachgerufen. Mehrstimmig, versteht sich, von Bass bis Tenor.
Interessant ist auch, dass sich doch immer alles wiederfindet. So hatten wir auf dem Hinweg zu „Jackies“ unseren Wido auf Pad verloren. Eine Stunde später ging einer der Sangesbrüder aus dem Pub auf die Straße und rief in Zimmerlautstärke „Wido?“ – „Hier bin ich!“, erschallte es spontan von der gegenüberliegenden Straßenseite, so dass wir endlich wieder komplett waren und fortan sicher sein können, dass ein ordentliches Haus eben nichts verliert, nicht mal in Jerrieland ...
                                                                                                                      (...schreibt die Konny) 

Duderstadt

Bilder zum Benefizkonzert auf Einladung der GNA:
Stadführung und Konzert

Ein neuer Fan..

Und hier der Link zu einer Seite eines neu gewonnenen Fans: Marina Meger